Schattengeflüster

D. Bolinth

Die Schattengeflüster-Staudenmischung des BdS ist aus dem Wunsch nach stabilen, funktionierenden Gehölzunterpflanzungen entstanden. Diese nur vordergründig 'schwierigen' Pflanzplätze können bei richtiger Pflanzenkombination zuverlässig begrünt werden. Prinzipiell ist der sehr trockene Schatten zwar schwer zu begrünen, hier finden wir allerdings gemäßigte Verhältnisse vor. Die Pflanzungen sind relativ pflegeextensiv und das Schattengeflüster macht mit den Pflanzengestalten mit lockerem Habitus und filigranen Blatt- und Blütenformen seinem Namen alle Ehre. Grazile Blütenstände und nickende Blüten in zurückhaltender Farbgebung in Weiß, Violett- und Grüntönen bestimmen den Charakter dieser Mischung. Dieses Pflanzkonzept hat eine besonderst attraktive Winterwirkung durch wintergrüne Arten wie Helleborus foetidus, die bereits ab Januar blüht. Eine langlebige, robuste Pflanzengemeinschaft aus 15 Arten und mit guten Bodendeckeigenschaften. Insgesamt sind 40% der enthaltenen Arten heimische Stauden.

Die Staudenmischung bevorzugt frischen bis mäßig trockenen, humosen und sandig-lehmigen Boden. Dieser sollte schwach sauer bis schwach basisch sein. Das feine Laub der Ebereschen verbleibt als Humuslieferant in den Pflanzungen. Auch mäßiger Wurzeldruck wird gut vertragen. Im Rahmen der Verwendungssichtung hat auch der Botanische Garten Höxter diese Mischpflanzung 2009 als Sichtungsstandort mehrere Schattenmischungen geprüft und seitdem gedeiht die Mischpflanzung bei uns unter den Eschen Sorbus torminalis, Sorbus aucuparia und Sorbus forrestii. Sie hält sogar den von der angrenzenden Gehölz einwandernden Giersch einigermaßen in Schach. Diese dauerhaft stabile Mischung eignet sich allgemein gut für den Halbschatten unter lichten, sommergrünen, tief wurzelnden Gehölzen oder im absonnigen Bereich von Hecken oder Gebäuden.


https://www.bund-deutscher-staudengaertner.de/cms/staudenverwendung/mischpflanzungen/schattengefluester.php?navid=91