Galium odoratum

D. Bolinth
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Deutscher Name: Echter Waldmeister

Synonyme: Walstro, Maikraut, Maiblume, geflecktes Labkraut, Wohlriechendes Labkraut oder Herzfreund

Wissenswertes

Galium odoratum, der Waldmeister wird im Französischen „Reine des bois“, was übersetzt „Königin der Wälder" bedeutet. Im Mittelalter wurde er auch als „Frauenbettstroh“ oder „Mariabettstroh“ bezeichnet. Die Namen stammen aus der Verwendung, da er zu der Zeit gerne als Füllung für die Betten verwendet wurde. Nicht nur wegen seinem angenehmen Geruch, sondern auch weil er lästige Insekten vertreibt. Heute wird er zwischen die Wäsche gelegt, um Motten zu vertreiben. Waldmeister ist eine der bekanntesten heimischen Wildstauden und ist Europa bis Westasien verbreitet. Häufig und in großen Beständen kommt er in Wäldern aller Art vor, besonders in schattigen kalkreichen Laubwäldern. Eine besondere Waldform bildet der Waldmeister-Buchenwald, er gedeiht auf einem basischen Untergrund, welcher eine gut ausgebildete und artenreiche Krautschicht bildet. Der optimale Standort sollte zudem halbschattig bis schattig liegen. Wenn der Standort sehr dunkel und trocken ist, zieht der Waldmeister sehr schnell wieder in sein Rhizom ein. Von April bis Mai bezaubert er uns durch seine zierlichen kleinen weißen Blüten und beim Welken durch seinen Angenehmen Geruch. Viele kleine Sternblüten des Waldmeisters stehen in Rispen zusammen und werden gerne von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen angeflogen. Diese Blütenrispen gehen aus vierkantigen unverzweigten Stängeln hervor, welche mit sechs bis acht Stockwerken in Quirlen angelegten Blättern umgeben sind. Grasgrün ist die Farbe der Blätter, welche schmal elliptisch sind. Wie die Blüten versprühen die etwa zwei bis vier Zentimeter langen und fünf Millimeter breiten Blätter beim Welken einen angenehmen Geruch. Bevor der Walmeister nach der Blüte einzieht, bildet er kugelige Früchte aus, welche in der Reifezeit in zwei Teilfrüchte zerfallen.

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Galium odoratum gehört durch sein Cumarin zu den Gewürzpflanzen und wird durch diesen von Schnecken gemieden. Seine bekannteste Verwendungfindet er in der Maibowle, welche schon im Jahr 1500 von den Elsässern aus Weißwein und der angetrockneten Waldmeisterpflanze hergestellt wurde. Der übermäßige Genuss kann jedoch zu Kopfschmerzen führen. In der Blütezeit wurde der Waldmeister gesammelt um diesen als Heilpflanze einzusetzen. Die frisch zerdrückten Blätter lassen das Blut von kleinen Schnittwunden sofort gerinnen. In der Mythologie diente er auch zur Abwehr von bösen Geistern. Beim Pflanzen im heimischen Garten sollte darauf geachtet werden, dass der Waldmeister nicht mit schwachwüchsigen und anspruchsvollen Stauden kombiniert wird, denn diese verdrängt er rasch. Um eine schöne natürliche Gemeinschaft zu erzeugen, sollte er mit Pflanzen wie Anemone nemorosa, Ciracaea, Convallaria, Lamium, Maianthemum, Oxalis acetosella, Sanicula und Farnen und Gräsern kombiniert werden. Sein Einsatzgebiet liegt in Schattengärten, halbschattigen Staudenpflanzungen, Steingärten, Bauerngärten sowie in Kübeln. Durch seine Ausläuferbildung ist er auch gut als Bodendecker geeignet.

Auf einen Blick

1.20 Schattengeflüster, 5.2 Buntlaubiger Winter
Heimisch - Nord- Mitteleuropa, Osteuropa, Westasien
Staude
Aufrecht, 20 cm hoch, 30 cm breit

Wissenschaftliche Informationen

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Galium odoratum
Rubiaceae (Rötegewächse)
Galium
odoratum
Walstro, Maikraut, Maiblume, geflecktes Labkraut, Wohlriechendes Labkraut oder Herzfreund

Standort

G2Gehölz, frischer Boden, GR2Gehölzrand, frischer Boden
halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
feuchtpF 2,9-2,2, frischpF 3,9-3,1
humoshoher Anteil organischer Substanz
pH 6,0-6,5, 7,0-7,0
5avon −28,8 °C bis −26,2 °C
IIIin größeren Gruppen von 10-20 Pflanzen verwenden

Verwendung

Verwendung als Heilkraut: nervöse Unruhe, Stress, Migräne, Frühjahrsmüdigkeit, Leberbeschwerden, Magenkrämpfe, Verwendung als Gewürzkraut: Bowle, Pudding, Kuchen und Torten, Getränke
die Blätter
Blätter aromatisch duftend, Blüte leichter Duft
wildbienenfreundlich, Hummeln, Schwebfliegen

Blätter

J. Rubart
dunkelgrün, lanzettlich, duftend, zum Verzehr geeignet, aromatisch, rau, 2-5 cm groß, sitzen an vierkantigen unverzweigten Stängeln, in Quirlen angeordnet, Blattknoten 6-8 Blätter, 15 cm hoch, Ausläuferbildend
sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Blüte Mitte Mai
D. Bolinth
weiß, zierlich, sternförmig, sitzen in Trugdolde, Kronblätter vierzählig, bis 8 mm breit, jede Blüte besitzt vier Staubblätter, in locker verzweigten Scheindolden, leichter Duft, unterständiger Fruchtknoten, Blütenformel: *K4{C(4)A4}G(2 ̅).
April, Mai
klein, in Trugdolde sitzend, sternförmig, Kronblätter vierzählig, bis 8mm breit, vier Staubblätter je Blüte,*K4{C(4)A4}G(2 ̅).
InsektenbestäubungBestäubung durch Insekten
weiß

Frucht

J. Rubart

Wurzelsystem

hochdie Pflanze nimmt schnell größere Flächen ein und breitet sich stark aus

Jahreszeiten

J. Rubart
J. Rubart

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Blütenknospen
J. Rubart
Blütenaspekt flächig
M. Roth

Verfasser / Literatur

Julia Rubart, Jessica Gabler
Julia Rubart
  • Bruns, Johann-Diedrich (2022): Allgemeine Informationen Galium odoratum, Bruns online, (online) https://online.bruns.de/de-de/artikel/186/galium-odoratum (01.06.2022)
  • Pfeiffer, Daniel (2022): Galium odoratum – Echter Waldmeister, https://www.gaissmayer.de/web/shop/pflanzen-sortiment/biokraeuter/coole-drinks-und-heisse-tees/altbekannte-kraeuter-fuer-heilende-tees/520/galium-odoratum/4755/ (01.06.2022)
  • Purle, Torsten (2022): Waldmeister, Kräuterbuch, (online) https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Waldmeister.html#Bl%C3%BCten (01.06.2022)
  • Dreyer, Wolfgang / Dreyer, Eva (2002): Was Blüht im Frühling, Sommer, Herbst und Winter?, Stuttgart, Deutschland, KOSMOS naturführer
  • Reif, Jonas/ Härtel, Wolfgang (2019): Foerster-Stauden Kompendium, 9.Auflage, Deutschland, Foerster Stauden
  • Prof. Dr. Kiermeier, Peter / von Ehren, Lorenz (2018): Lorenz von Ehren: Die Baumschule seit 1865, 5.Auflage, Hamburg, Deutshland, Druckerei Siepmann GmbH
  • Barlage, Andreas / Hertle, Bernd / Kipp, Oliver (2018): Beetgestaltung für jeden Standort, 1.Auflage, München, Deutschland, GU
  • Dr. Lüda, Rita (2018): Grundlagen der Feldbotanik, 1.Auflage, Italien, haupt
  • Selata, Claudia (2021): Was blüht den da?, Italien, KOSMOS
  • Parolly, Gerald / Rohwer, Jens G. (2019): Die Flora Deutschlands und angrenzende Länder, 97.Auflage, Hamburg, Deutschland, Quelle & Meyer
  • Geaff, Burnier / Foerrster, Sue / Grieg, Denise (2003): Botanica: Das Abc der Pflanzen 10.000 Arten in Text und Bild, h.f.ullmann
  • Fleischhauer, Steffan Guido (2005): Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen, 3. Auflage, Deutschlad, AT Verlag
  • Dipl. Ing. Mann, Dirk (2012): Heimischer Waldmeister (Galium odoratum), Schattenpflanzen.de, (online) (eingesehen am 01.07.2022)
  • Adam, Miriam / Helldörfer, Christina / Hülf, Markus (2022): Waldmeister (Maikraut)–Inhaltsstoffe, Wirkung & Kultur, das Grüne Archiv, https://www.gruenes-archiv.de/waldmeister-maikraut-inhaltsstoffe-wirkung-und-kultur/ (01.07.2022)
  • Dipl. Biol. Schultes, Arnulf (2020): Waldmeister – Galium odoratum, Pflanzen in Deutschland, (online) (eingesehen am 01.07.2022)
  • Johs. Von Ehren Garten GmbH & Co. KG (2022): Waldmeister Galium odoratum, Garten von Ehren, (online) (eingesehen am 01.07.2022)