Viburnum x bodnantense 'Dawn'

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Winter-Schneeball 'Dawn'

Wissenswertes

Es gibt nur wenige Pflanzen, die es schaffen, uns an einem kalten Wintertag in den Garten zu locken. Der Bodnant-Winterschneeball ist mit Sicherheit eine davon. Viburnum x bodnantense ‘Dawn‘ blüht zu einer Zeit, in der nicht viele andere Pflanzen in unseren Gärten blühen. Und trotzdem wird dieser attraktive Strauch viel zu häufig vernachlässigt oder gar in der Planung vergessen. Da das Interesse an attraktiven Pflanzungen mit einem starken Winteraspekt jedoch steigt, sollte dieser Winterblüher wieder mehr Beachtung finden.

Die Blütezeit dieses Schneeballs liegt zwischen November und Anfang April, wobei sich der genaue Zeitpunkt stark nach der Witterung richtet und jedes Jahr sehr unterschiedlich sein kann. Nur in einem besonders milden Herbst blüht V. ‘Dawn‘ schon im November, in der Regel setzt die Blüte um Weihnachten herum ein. Dann blüht das Gehölz nach und nach, bis sich die volle Blütenpracht im Februar und März entfaltet. Zunächst sind die Blütenknospen kräftig rosa, öffnen sich die Blüten, werden diese zunehmend zartrosa mit einer intensiveren Farbe in der Mitte. Eine Besonderheit ist hierbei der intensive, an Vanille erinnernde Duft, welcher an einem milden Wintertag den ganzen Garten durchströmt. Schneidet man sich einige Zweige ab, um diese im Haus in die Vase zu stellen, merkt man schnell, dass dieser Duft fast penetrant sein kann. Viburnum ‘Dawn‘ wächst zu einem, bis zu 3m großen, sommergrüner Strauch heran, der im Alter genauso breit werden kann. Generell wächst die Sorte eher langsam. Dabei bildet der Bodnant-Winterschneeball kurze Ausläufer, diese lassen den Strauch in der Basis breiter werden. Da die Ausläufer nur kurz sind, hat das Gehölz aber keinen straken Ausbreitungsdrang und kann innerhalb einer Pflanzung bedenkenlos verwendet werden. Die Blattform ist oft unterschiedlich und variiert zwischen lanzettlich bis eiförmigen oder auch verkehrt-eiförmig. Dabei ist der Blattrand gesägt. Charakteristisch sind die vertieft liegenden Blattadern und der strenge Geruch, welcher auftritt, wenn die Blätter zerrieben werden. Im Herbst bekommt dieser Schneeball eine schöne, tiefrote Herbstfärbung, die auch violette Farbnuancen enthalten kann. Die jungen Triebe dieser Art sind ebenfalls tiefrot und verbraunen, wenn der Trieb älter wird. Außerdem löst sich am alten Holz teilweise die Rinde. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Ist der Standort zu schattig gewählt, fallen Blüte und Zuwachs spärlich aus. Der Boden ist dabei im Optimum frisch und eher sauer. Der Bodnant-Winterschneeball ist jedoch anpassungsfähig und toleriert auch einen mäßig trockenen und schwach alkalischen Boden.


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Oft sieht man Viburnum x bodnantense als stark beschnittenen Strauch in Hecken, Vorgärten oder im innerstädtischen Grün. Dabei sollte sich der Bodnant-Winterschneeball, auch wenn er den Schnitt verträgt, möglichst ungeschnitten entfalten dürfen und dies am liebsten als Solitär. So kommt sein Habitus am besten zur Geltung, der durch die sparrige Verzweigung und den überhängenden Wuchs malerisch wirkt. Als Pflegeschnitt sollten lediglich alte und somit blühfaule Triebe bodennah entfernt werden. Diese Maßnahme ist aber erst nach einigen Jahren zu leisten. Viburnum x bodnantense ist eine Hybride aus V. farreri und V. grandiflorum, die 1933 in Bodnant in Wales gezüchtet wurde, worauf sich auch das Artepitheton bodnantense bezieht. V. farreri kommt aus Nordchina und ist ebenfalls bei uns im Botanischen Garten Höxter zu finden. V. grandiflorum stammt aus der südlichen Himalaya-Region und ist eher selten in unseren Gärten anzutreffen. Beide Arten blühen in den Wintermonaten. Die erste Sorte, die von V. x bodnantense ausgelesen wurde, ist die hier beschriebene Sorte ‘Dawn‘, diese ist auch heute zurecht die gängigste Sorte im Handel. Ebenfalls häufige Sorten sind ‘Charles Lamont‘ und die Sorte ‘Deben‘.

Auf einen Blick

1.14 Viburnum
Elternarten aus China, Sorte ist um 1933 in Bodnant/Wales entstanden
Gehölz
Normalstrauch1,5-3m
Winterblüher, die Blüte duftet intensiv

Wissenschaftliche Informationen

Mehr lesen...
Viburnum x bodnantense 'Dawn'
Caprifoliaceae (Geißblattgewächse)
Viburnum
Viburnum farreri x Viburnum grandiflorum

Standort

9Gehölze der Hecken und Strauchflächen.3frisch bis feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis alkalisch, alle Substrate außer ärmste Böden.2sonnig bis lichtschattig, sommerkühl, meist frosthart.5Normalstrauch > 1,5m
sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang.
mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, humoshoher Anteil organischer Substanz, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand, nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, schluffigBoden mit 15-40% Massenanteil an Korngrößen von 0,063-0,63mm und unter 20 % Massenanteil an Korngrößen unter 0,063 mm
pH 5,0-6,5, 7,0-7,0, 7,5-8,0
6bvon −20,4 °C bis −17,8 °C

Verwendung

als Solitär, besonders für den winterlichen Garten wertvoll, wegen der Blüte und des Duftes an Eingängen, Wegen und öffentlichen Plätzen
giftig
intensiver Duft, an Vanille erinnernd
Ja
Ja
bildet kurze Ausläufer, hat aber keinen Ausbreitungsdrang
zur Verjüngung altes Holz bodennah entfernen

Blätter

im August
J. Gabler
lanzettlich bis eiförmig, auch verkehrt-eiförmig, Blattrand gesägt, 3-10cm lang, riechen zerrieben unangenehm
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr
Ja

Blüte

J. Gabler
Knospen tiefrosa, aufgeblüht zartrosa, Blüte intensiv duftend, Winterblüher
Januar, Februar, März, November, Dezember
5-7 cm breite Rispenblüten aus mehreren Einzelblüten, Petale der Einzelblüte sind zur Röhre zusammengewachsen, Einzelblüten bis 1cm breit
rosa

Borke / Rinde

Strauchbasis
J. Gabler
junge Triebe weinrot mit vereinzelten Lentizellen, mit dem Alter verbraunend, am alten Holz löst sich teilweise die Rinde

Wurzelsystem

Flachwurzler
niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

J. Gabler
Anfang Dezember
D.Bolinth

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

junger Trieb
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler
D.Bolinth

Verfasser / Literatur

Marcel Schönwald
Marcel Schönwald
  • Bärtels, A., Roloff, A. (2008): Flora der Gehölze. Eugen Ulmer KG - Stuttgart.
  • Warda, Hans- Dieter (1998): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 1.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Lorenz von Ehren [Hrsg.] (2014): Lorenz von Ehren. Hamburg.