Picea omorika

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Serbische Fichte

Synonyme: Omorika-Fichte

Wissenswertes

Von den zahlreichen Arten aus der Gattung der Fichten Picea, gehört die Serbische Fichte aus Sicht der Pflanzenverwendung zu den interessantesten. Diese Art wurde vor allem in den 60er und 70er Jahren häufig als Grundstückseinfassung gepflanzt. Doch leider wird diese Verwendung der Serbischen Fichte am wenigsten gerecht, da so ihr auffallend schöner Habitus nicht zu Geltung kommt.

Picea omorika ist heute nur noch im Tara-Gebirge im Westen Serbiens und in angrenzenden Teilen Bosnien und Herzegowinas verbreitet. Dort besiedelt die Art Kalkverwitterungsböden und gedeiht in sommerkühlen, luftfeuchten und schneereichen Lagen in Höhen von ca. 700 bis 1500 m. Die Serbische Fichte entwickelt sich zu einem 15 bis 30 m hohen Baum und bleibt dabei, mit bis zu 4 m Kronendurchmesser, sehr schmal. Der Stamm ist kerzengerade und die Krone kegelförmig bis beinahe säulenartig aufgebaut. Die Äste sind gleichmäßig angeordnet. Sie gehen zunächst waagerecht vom Stamm ab, hängen dann etwas durch und sind zur Spitze hin etwas hochgebogen. Steht die Serbische Fichte frei, ist sie auch im Alter bis zum Boden beastet. Dadurch entsteht in Solitärstellung ein besonders schöner Habitus. Wie die meisten Fichtenarten, ist auch diese Art zügig wachsend und weist einen Jahreszuwachs in der Höhe von bis zu 35 cm auf. Die Blätter sind nadelförmig und spitz, allerdings nicht stechend wie jene anderer Fichtenarten. Oberseits sind die Blätter glänzend und dunkelgrün, unterseits befinden sich zwei silberweiße Spaltöffnungsbänder, die sehr deutlich zu erkennen sind. Die männlichen Blüten sind länglich und gelblich bis rötlich und erscheinen mit den eher eiförmigen und purpurroten weiblichen Blüten im Mai. Darauf folgen die Zapfen, welche 3 bis 6 cm lang, länglich-eiförmig und dabei nicht dicker als 2 bis 3 cm sind. Die Zapfen haben zunächst eine auffallend schöne purpurviolette Farbe, welche einen starken Kontrast zu den dunkelgrünen Nadeln bildet. Später werden die Zapfen zimtbraun. Die Borke dieser Art ist gräulich und löst sich schuppenartig etwas ab, die darunterliegenden Bereiche weisen eine orangebraune Farbe auf.

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Die Serbische Fichte gedeiht auf den meisten Böden. Jedoch bevorzugt sie kalkhaltige, tiefgründige und wasserdurchlässige Standorte. Sie meidet staunasse und stark verdichtet Böden. P. omorika ist ausgesprochen frosthart. Allerdings ist diese Art aufgrund ihres flachen Wurzelsystem windwurfgefährdet und sollte nicht in zu windexponierten Lagen gepflanzt werden. Das Risiko des Windwurfes minimiert sich jedoch auf geeigneten Standorten. Da die Serbische Fichte nicht auf verdichteten Böden gedeiht, ist sie auch für die meisten innerstädtischen Standorte nicht geeignet. Zudem bereiten die immer heißeren und trockenerer Sommer der letzten Jahre auch dieser Fichte Probleme. P. omorika eignet sich am besten für die Verwendung in großen Gärten und Parks und sollte als Solitär gepflanzt werden. Vor allem immer Winter kommt die Silhouette besonders gut zur Geltung. Fällt dann noch Schnee auf die leicht gebogenen Äste dieser malerischen Fichte, ist das Bild des winterlichen Gartens oder Parks perfekt. Von der Verwendung als Heckenpflanze wie in den 70er Jahren ist an dieser Stelle nochmals abzuraten.

Auf einen Blick

3.5 Pinetum
Serbien, Bosnien und Herzegowina
Gehölz
Großbaum>20m

Wissenschaftliche Informationen

Mehr lesen...
Picea omorika (Panč.) Purk.
Pinaceae (Kieferngewächse)
Picea
omorika
'Pendula', 'Pendula Bruns', 'Pimoco'
Omorika-Fichte

Standort

6Steppengehölze- und Trockenwälder.3mäßig trocken bis frisch, nährstoffreich, schwach sauer bis alkalisch, sandig-lehmig bis lehmig.3sonnig bis lichtschattig, sommerkühl und winterkalt, frosthart.1Großbaum > 20m
vollsonnigLichteinfluss von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge
feuchtpF 2,9-2,2, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, stellt keine besonderen Ansprüchegedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos
pH 5,0-10,0
5avon −28,8 °C bis −26,2 °C

Verwendung

schlanker Solitärbaum in Park und Garten
ungiftig aber nicht wohlschmeckend
windwurfgefährdet

Blätter

J. Gabler
Nadeln, dicht stehend, nach vorn gerichtet, deutlich abgeflacht, 1,2 bis 1,8 cm lang, nicht stechend, zugespitzt, oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits mit 2 silberweißen Spaltöffnungsbändern
immergrünImmergrüne Gehölze treiben im Frühjahr aus, das Gesamtblattkleid wird im Verlauf von 3-11 (-15) Vegetationsperioden erneuert, die Blätter leben mehrere Jahre, Blattfall erfolgt nicht zu einem festen Zeitpunkt, sondern über das Jahr verteilt

Blüte

männliche Blüten gelblich bis rötlich, länglich; weibliche Blüten purpurrot, eiförmig
Mai
Anemophilie - Windbestäubungursprünglichste Bestäubung, oft eingeschlechtliche unscheinbare Blüten, vor allem Gymnospermen, Süßgräser und Laubbäume

Frucht

J. Gabler
Zapfen, länglich bis eiförmig, 3-6 cm lang, 2-3 cm dick, junge Zapfen purpurviolett, glänzend, meist harzig, ältere Zapfen zimtbraun

Borke / Rinde

graubraun, löst sich etwas ab, darunter orangebraun

Wurzelsystem

Flachwurzler

Jahreszeiten

J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

männliche Blüte
J. Gabler
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Marcel Schönwald
Marcel Schönwald
  • Warda, Hans- Dieter (2016): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 3.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • Bärtels, A., Roloff, A. (2018): Flora der Gehölze. 5. Auflage. Eugen Ulmer KG - Stuttgart.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze, Stuttgart, Deutschland, Ulmer