Parthenocissus tricuspidata 'Veitchii'

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Dreilappige Jungfernrebe 'Veitchii'

Wissenswertes

Bei diesem japanischen Wildfund um 1850 von John Gould Veitch handelt es sich um einen unserer beliebetesten Fassadenbegrüner. ‘Veitchii‘ ist eine vegetativ vermehrte Jugendform und zeigt kleinere Blätter, die einfach oder dreizählig sind und allgemein sehr variabel sind. Von enormer Wuchskraft erklimmt dieses Gehölz bis zu 15m hohe Fassaden und findet auch auf glatten Oberflächen sicher halt, da sich je 6-8 Haftscheiben an 2-3cm langen Ranken in feinste Unebenheiten des Untergrunds verwachsen. Bei uns am Campus haften diese Kletterorgane an einer feuerverzinkten Stahltreppe und begrünen so den Weg zu den unteren Terrassen. Dank eines jährlichen Zuwachses von 0,5 bis 2m pro Jahr können rasch große Flächen begrünt werden und ein einzelnes Exemplar kann so breit wie hoch werden. Von Juni bis Juli blüht diese Jungfernrebe unauffällig gelblich grün in Trugdolden aus denen kugelige, 0,8 cm dicke, schwarze, blau bereifte Beerenfrüchte an roten Fruchtstielen hervorgehen. Der Nektar der Blüten und die Beeren sind bei Insekten und Vögeln sehr beliebt.

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Der wärmeliebende Selbstklimmer bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen und frische, nahrhafte Böden, die neutral bis alkalisch sein dürfen. Leichtere, trockenere Böden werden toleriert. Nur in sehr strengen Wintern friert die Pflanze zurück, erholt sich jedoch rasch. Stadtklimafest und rauchhart empfiehlt sie sich auch für städtische Bereiche und wird zur Klimaregulierung für Fassaden verwendet. Da keine Wurzeln in Fassadenrisse gebildet werden, dürfen alle Arten von Wandverputz als Untergrund dienen und auch eine Garagenwand eignet sich als Haftscheibenunterlage. Lediglich die aufliegenden abgestorbenen Haftscheiben lassen sich nicht entfernen, können aber überstrichen werden. Wegen der spektakulären orangenen oder tief roten bis bordeauxfarbenen Herbstfärbung nehmen wir diesen Preis aber gelassen in Kauf.

Auf einen Blick

5.7 Mensatröge
Wildfund aus Japan, China und Korea um 1850 von John Gould Veitch, vegetativ vermehrte Jugendform
Gehölz
Klettergehölznicht freitragendes Gehölz
Jahreszuwachs 0,5-2m

Wissenschaftliche Informationen

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Parthenocissus tricuspidata (SIEBOLD & ZUCC.) PLANCH. 'Veitchii'
Vitaceae (Weinrebengewächse)
Parthenocissus
tricuspidata

Standort

7Gehölze kühl-feuchter Wälder.3schwach sauer bis alkalisch, nährstoffreich, humos- oder sandig-lehmig.2sonnig bis lichtschattig, meist frosthart.9Klettergehölz, nicht freitragend
sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang.
frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, stellt keine besonderen Ansprüchegedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos
pH 7,0-9,0
6avon −23,3 °C bis −20,5 °C

Verwendung

zuverlässiger Fassadenbegrüner auch auf glatten Oberflächen
Nein
Ja

Blätter

Laub im August
J. Gabler
sommergrün, wechselständig, sehr veränderlich, in drei Grundformen: entweder ungelappt, breit eiförmig, 10-20cm lang oder dreilappig mit zugespitzten, grob gesägten Lappen oder dreizählig mit gestielten Blättchen, das mittlere verkehrt eiförmig, die anderen schief eiförmig, oberseits kahl und glänzend, unterseits auf den Nerven behaart, im Austrieb bronzefarben
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr
Ja

Blüte

Im Abblühen
J. Gabler
meist achsel- oder endständig, an zweiblättrigen Kurztrieben, gelblich grüne Trugdolde mit sehr kleinen Einzelblüten, gut von Insekten besucht
Juni, Juli
Trugdolde
InsektenbestäubungBestäubung durch Insekten
gelb, grün

Frucht

Früchte im Oktober
J. Gabler
kugelige bis 0,8 cm dicke, blauschwarze, bereifte Beeren
Beeren
September, Oktober

Borke / Rinde

J. Gabler

Jahreszeiten

J. Gabler
Färbung im September
J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Kurztriebe mit Blattnarben
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler
Haftscheiben auf feuerverzinktem Stahl
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Jessica Gabler
Jessica Gabler
  • Warda, Hans- Dieter (1998): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 1.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • Bärtels, A., Roloff, A. (2014): Flora der Gehölze. Eugen Ulmer KG - Stuttgart.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze, Stuttgart, Deutschland, Ulmer
  • Bruns(2021/22): Sortimentskatalog. Bad Zwischenahn: BRUNS Pflanzen Export GmbH & Co. KG