Nyssa sylvatica

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Schwarzer Tupelobaum, Wald-Tupelobaum

Synonyme: Nyssa canadensis, Nyssa ciliata, Nyssa villosa

Wissenswertes

Nyssa sylvatica gehört zur Familie der Cornaceae, der Hartriegelgewächse, und stammt aus Nordamerika, wo es in dichten Wäldern auf sumpfigen Böden wächst. Aufgrund seines wundervoll malerischen Wuchses, welcher besonders an Gewässern gut zur Geltung kommt wurde der Tupelobaum schon früh als Ziergehölz eingeführt. Passend ist daher auch der Gattungsname Nyssa, der von einer Wassernymphe aus der griechischen Mythologie stammt. Die glänzend grünen Blätter verwandelnn sich im Herbst in ein wahres Feuerwerk aus gelb und orange bis scharlachrot und tiefem Violett. Ein Schauspiel das man gesehen haben muss. Sogar der Austrieb der bis zu zehn Zentimeter langen, glänzenden Blätter ist rot, so werden schon im Frühjahr Farbakzente gesetzt. Dabei ist der Tupelobaum sehr winterhart und robust. Mit seiner langen Pfahlwurzel kann er Wasser aus tiefen Bodenschichten ziehen. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen und nährstoffreiche, feuchte Böden, die aber durchlässig sein sollten. Auch in schattigen Waldlagen kommt das Gehölz gut zurecht. Von April bis Mai blüht der Schwarze Tupelobaum. Die Blüten sind sehr unscheinbar, aber eine wichtige Nektarquelle für viele Insekten. Aus den Blüten entwickeln sich im Sommer dunkelblaue, eiförmige Steinfrüchte, die bei Vögeln und Kleinsäugern sehr beliebt sind.

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Nyssa sylvatica erreicht Höhen von 20-30 m. Die Krone bleibt eher schmal mit Durchmessern von 5-10 m in freiem Stand. Im Waldverband bleibt die Krone schmaler und der Stamm astfrei. Dann zeigt sich die in der Jugend glatte, später markant rechteckig gefelderte Borke. Manchmal wächst Nyssa sylvatica auch mehrstämmig.Die Wuchsgeschwindigkeit ist eher langsam. Schnitt verträgt der Tupelobaum zwar, ist aber nicht empfehlenswert, da er seinen formschönen Habitus auch ohne menschliches Zutun entwickelt. In seiner Heimat Nordamerika zählt der Schwarze Tupelobaum zu den Hauptakteuren des "Indian Summer". In unseren Breiten ist die spektakuläre Herbstfärbung ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal. Die Jahre 2018-2020 mit ihren Wetterextremen hat Nyssa gut überstanden, was für seine große Robustheit spricht. Aufgrund seiner hohen Winterhärte, seiner breiten Standortamplitude und seiner Überflutungstoleranz scheint er für die Herausforderungen zukünftiger Stadtstandorte gut geeignet.

Auf einen Blick

Quartier 1.17 – Ziegenberg, Hamamelis
Östl. Nord-Amerika
Gehölz
Großbaum>20m
Attraktive Herbstfärbung

Wissenschaftliche Informationen

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Nyssa sylvatica MARSHALL
Cornaceae (Hartriegelgewächse)
Nyssa
sylvatica
'Wildfire'
Nyssa canadensis, Nyssa ciliata, Nyssa villosa

Standort

2Auen- und Ufergehölze.3mäßig trocken, frisch bis feucht, schwach sauer oder neutral, sandig.2sonnig, wärmeliebend, meist frosthart.1Großbaum > 20m
sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang.
kurzzeitig überschwemmt, nasspF 1,3-0,1, mäßig nasspF 2,1-1,4, feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, tiefgründigA- und B-Horizont des Bodens ohne verfestigte Schichten oder größere Gesteine
pH 5,0-7,0
6bvon −20,4 °C bis −17,8 °C

Verwendung

exponierte als Solitär, etwa auf Rasenflächen oder vor dunklen Hintergründen, sehr reizend durch die Spiegelungen an Wasserläufen, in Gruppen in geschickter Kombination mit weiteren Laubschmuck-Gehölzen, durch die hohe Standorttoleranz und die verhältnismäßig schmale Krone auch als Straßenbaum geeignet, aufgrund der empfindlichen Pfahlwurzel nur im Frühjahr mit ausreichend großem Ballen verpflanzbar
Nein
insektenfreundlich, Vogelnährgehölz
Nein

Blätter

Blätter
N. Jung
wechselständig, verkehrt-eiförmig oder elliptisch, 5-12 cm, Blattende ist spitz oder stumpf, Basis meist keilförmig, ganzrandig, Oberseite glänzend grün, unterseits bläulich und auf den Nerven behaart, zum Herbst hin verkahlend, Blattstiel 0,6-3,5 cm lang
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Blüten
N. Jung
meist polygamen, mit unscheinbaren grünlichen Blüten in Büscheln an behaarten oder filzigen, 1-3,5 cm langen Stielen
Mai, Juni
unscheinbar, wachsen in Büscheln an behaarten oder filzigen, 1-3,5 cm langen Stielen
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
grün

Frucht

kleine, ovale, fleischige Früchte von blauschwarzer Farbe
September, Oktober

Borke / Rinde

Borke
N. Jung
Borke im Alter tief längs gefurcht; Zweige olivbraun bis braun, kahl

Wurzelsystem

Flachwurzler, Pfahlwurzel, stark verzweigt
niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Nyssa sylvatica im Sommer
J. Gabler
Nyssa sylvatica Anfang Oktober
J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Nyssa sylvatica Herbstfärbung
N. Jung
im September
J. Gabler
herabhängende Äste
J. Gabler
J. Gabler
leuchtende Herbstfärbung Mitte Oktober
J. Gabler
Maximale Herbstfärbung Mitte Oktober
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Nicole Jung, Jessica Gabler
Nicole Jung, Constantin Grote, Jessica Gabler
  • Bärtels, Andreas (1991): Gartengehölze. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Geyer, Hans- Jürgen (1997): Kennziffernsystem für Gehölze. Kennziffern zu Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen. Dissertation. Technische Universität Berlin
  • Geyer, Hans-Jürgen (1984-2021): Zentraldatenbank für kultivierte Gehölze Europas. Online verfügbar unter https://www.uni-due.de/ginkgo/german/index.htm, zuletzt geprüft am 20.06.2021.
  • Kelly, John; Hillier, John (Hg.) (2004): The Hillier. Bäume & Sträucher. 2., überarb. Aufl. Braunschweig: THALACKER MEDIEN.
  • Roloff, A. & Bärtels, A. (2006): Flora der Gehölze; Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • ThePlantList (2013): A working list of all plant species. Version 1.1.; Online verfügbar unter http://www.theplantlist.org/, zuletzt abgerufen am 23.11.2020.
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • WFO (2021): World Flora Online. Online verfügbar unter: http://www.worldfloraonline.org, zuletzt geprüft: 20.06.2021
  • Smith, N.F. (1995): Trees of Michigan and the Upper Great Lakes. 6th Edition. Thunder Bay Press. Lansing, Michigan