Lonicera caerulea

Lonicera caerulea Quelle: N. Jung
Schnellüberblick

Deutscher Name: Blaue Heckenkirsche

Synonyme: Blaue Doppelbeere, Caprifolium caeruleum, Xylosteon caeruleum

Wissenswertes

Lonicera caerulea ist in den Alpen und dem Alpenvorland beheimatet, breitet sich aber mittlerweile auch in nördlicheren Teilen Europas aus. Sie wurde gewählt, da sie einen typvollen Vertreter der strauchförmig wachsenden Vertreter der Gattung Lonicera darstellt. Die blaue Doppelbeere, wie sie auch genannt wird, zeigt eine schöne bronze-braune, abblätternde Rinde, die besonders im Winter Akzente zu setzen vermag. Witterungsabhängig erscheinen im April rahm-weiße Doppel-Blüten, die zwar nur schwach duften, aber Bienen und Hummeln begeistern. Nach der Blüte im Mai entwickeln sich ovale bis länglich kugelige, hellblau bereifte Doppelbeeren, die anders als bei anderen Lonicera sogar essbar sind. Auch die eiförmigen bis elliptischen Blätter schimmern bläulich und erscheinen noch vor den Blüten sehr früh im Jahr. Die Blaue Doppelbeere wird höchstens zwei Meter hoch und ist sehr standortunabhängig. Sie wächst auch im Schatten und unter dem Wurzeldruck großer Bäume. An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche, nur Kalk mag sie nicht.

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Lonicera caerulea ist ein Flachwurzler, die Wurzeln bilden aber ein intensives weitstreichendes Geflecht aus. Bevorzugt werden frische humose und saure Böden, die Blaue Doppelbeere toleriert, aber auch andere Bodenarten. Neben der Kalkempfindlichkeit sollte auf eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung geachtet werden, will man einen prächtigen Wuchs gewährleisten. Dann wächst sie auch im tiefen Schatten großer Bäume, was selten ist und sie so besonders wertvoll macht. Um den Strauch vor dem Vergreisen zu bewahren und eine üppige Blüte- und Fruchtbildung zu gewährleisten, sollte Lonicera caerulea im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Hierbei werden abgestorbene und alte Triebe bodennah entfernt. Lonicera caerulea behält so seinen artgerechten Habitus als aufrechter, dichtbuschiger Kleinstrauch. Durch diesen dichten Wuchs ist die Blaue Doppelbeere ein hervorragendes Vogelschutzgehölz und bietet zudem auch einen guten Wind- und Sichtschutz, dies auch im Winter. Zusätzlich wird Lonicera caerulea kaum von Krankheiten und Schädlingen befallen. Durch die schöne, hellbraune abblätternde Rinde setzt der Strauch im Winter Akzente in einer lockeren Hecke oder im naturnahen Garten als kleine Gruppe oder auch allein.

Auf einen Blick

4.07 Mauergärten, 4.7 Rhododendrongarten
Nordost-Europa, Nord-Asien
Schöne bronze-braune, abblätternde Rinde. Interessante, essbare blaue Beeren. Sehr gut Schatten und Wurzeldruck vertragend.

Wissenschaftliche Informationen

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Lonicera caerulea L.
Caprifoliaceae (Geißblattgewächse)
Lonicera
caerulea
'Aurora', 'Bergsaphir', 'Morena'
Blaue Doppelbeere, Caprifolium caeruleum, Xylosteon caeruleum

Standort

sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
mäßig nasspF 2,1-1,4, feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
humoshoher Anteil organischer Substanz, schluffigBoden mit 15-40% Massenanteil an Korngrößen von 0,063-0,63mm und unter 20 % Massenanteil an Korngrößen unter 0,063 mm, sandigBoden mit 20-40% Massenanteil an Korngrößen zwischen 0,063 und 2mm, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand
pH 3,0-7,0
3avon −39,9 °C bis −37,3 °C

Verwendung

Robuster und anspruchsloser Strauch für schattige Standorte. Da er Wurzeldruck gut erträgt, eignet sich dieser Strauch sehr gut zur Unterpflanzung von Gehölzen. Durch die außerordentlich dichte Verzweigung bietet die Blaue Heckenkirsche auch im Winter einen Windschutz und stellt über das gesamte Jahr ein gutes Vogelschutzgehölz dar. Durch die Blüte sowie die braunrote, auffällig abfasernde Rinde auch als Ziergehölz an schwierigen Standorten. Kaum Pflege nötig.
die Früchte
schwacher Blütenduft
insektenfreundlich, wildbienenfreundlich, Hummeln

Blätter

Lonicera caerulea Blatt
N. Jung
Die 2-8 cm langen, gegenständig angeordneten Blätter sind eiförmig-rundlich oder eiförmig-länglich und zugespitzt bis schwach stumpf. Die Blattbasis ist meist abgerundet, oberseits erscheinen die Blätter glänzend dunkelgrün, unterseits etwas blasser und leicht bläulich. Sie sind beidseitig zunächst leicht behaart, allmählich dann verkahlend. Mit 3 mm langen, behaarten Blattstiel.
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Lonicera caerulea Blüte
N. Jung
Grünlich bis gelblich weiße Blüten, kurz gestielt und paarweise in den Blattachseln angeordnet. Die bis zu 1,5 cm lange Blütenkrone ist röhrig-trichterförmig mit aufrecht abstehenden Kronzipfeln.
April, Mai
Kurz gestielt, paarweise in den Blattachseln angeordnet; bis zu 1,5 cm lange Blütenkrone, röhrig-trichterförmig mit aufrecht abstehenden Kronzipfeln; Staubblätter die Krone überragend, Griffel länger als Staubblätter
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
gelb, grün, weiß

Frucht

Juni

Borke / Rinde

rotbraun, bläulich bereift; im Alter in Streifen lösend

Wurzelsystem

niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Lonicera caerulea im Sommer
N. Jung

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Insektenweide für die Gattung Bombus
J. Gabler
Blütenknospen
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Nicole Jung
Nicole Jung, Constantin Grote
  • Bärtels, Andreas (1991): Gartengehölze. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Geyer, Hans- Jürgen (1997): Kennziffernsystem für Gehölze. Kennziffern zu Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen. Dissertation. Technische Universität Berlin
  • Geyer, Hans-Jürgen (1984-2021): Zentraldatenbank für kultivierte Gehölze Europas. Online verfügbar unter https://www.uni-due.de/ginkgo/german/index.htm, zuletzt geprüft am 20.06.2021.
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • ThePlantList (2013): A working list of all plant species. Version 1.1.; Online verfügbar unter http://www.theplantlist.org/, zuletzt abgerufen am 23.11.2020.
  • WFO (2021): World Flora Online. Online verfügbar unter: http://www.worldfloraonline.org, zuletzt geprüft: 20.06.2021
  • Roloff, A. & Bärtels, A. (2006): Flora der Gehölze; Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.