Liriodendron tulipifera

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Amerikanischer Tulpenbaum

Synonyme: Liriodendron procerum, Liriodendron truncatifolium, Tulipifera liriodendrum

Wissenswertes

Der Tulpenbaum Liriodendron tulipifera ist ein Angehöriger der Familie der Magnoliengewächse, der Magnoliaceae. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die östlichen und südöstlichen Gebiete Nordamerikas, wo die Art in gut nährstoffversorgten Wäldern und Flusstälern des Tieflandes gedeiht. Schon 1663 fand dieser prächtige Baum den Weg nach Großbritannien und fand schnell viele Bewunderer in ganz Europa. Das verwundert auch nicht, denn wer diesen Baum einmal gesehen hat, besonders in voller Blüte, vergisst ihn nie mehr. Mit seinem markant kegelförmigen hohen Wuchs zieht er schon von Weitem die Blicke auf sich. Auch sein Laub ist unverwechselbar und sehr extravagant. Die bis zu fünfzehn Zentimeter langen und breiten Blätter sind frischgrün, unterseits leicht silbrig grau und von besonderer Form. So ist der Umriss fast viereckig mit gestutzt erscheinender Spitze. Manchmal zeigt diese Spitze hörnergleich geformte Kanten an den Außenenden. Im Herbst verfärbt sich dieses dekorative Blattwerk leuchtend goldgelb. Von Mai bis Juni ist dieses stattliche Gehölz über und über mit ebenso außergewöhnlichen, glockig-tulpenförmigen Blüten in gelblichem Orange, die bis zu fünf Zentimeter groß werden können besetzt. Liriodendron tulipifera findet derzeit hauptsächlich als Solitär in großen Gärten und Parkanlagen Verwendung, da er bei uns bis zu vierzig Meter hoch und zwanzig Meter breit werden kann und dabei sehr schnell wächst. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen in tiefgründigem, gut nahrhaftem und frischem Boden. Trockenheisse Straßenstandorte sollten vermieden werden. Seine Winterhärte ist aber gut und er verträgt zeitweilige Staunässe. Diese Eigenschaften, in Kombination mit seiner hohen Attraktivität und seiner Schnellwüchsigkeit prädestinieren den Tulpenbaum aber für Auenwald- ähnliche Überflutungszonen. Zudem bringt er sehr schnell viel Blattmasse und somit dringend benötigte Verdunstungskühle und Beschattung.

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Liriodendron tulipifera ist einer der schönsten Bäume Nordamerikas und auch dort auch einer der ertragsstärksten Forstbäume. Sein Holz ist markant gelb gefärbt, weswegen er in Amerika auch Yellow Poplar, gelbe Pappel, genannt wird. In der Jugend ist er äußerst schnellwüchsig und blüht bereits nach fünfzehn Jahren. Er bildet einen sehr geraden Stamm aus, der Astaufbau ist natürlicherweise sehr harmonisch sodass eine schmal- bis breit kegelförmige, regelmäßige Krone entsteht. Schnitt ist daher nicht erforderlich und wird auch, für Angehörige der Magnolienfamilie typisch, nicht gut vertragen. Auch als Insektennährgehölz ist der Tulpenbaum wertvoll, zur Blütezeit ist er sehr rege frequentiert. Vögel und kleine Säugetiere nehmen die Samen gerne an. Das Wurzelwerk ist sehr variabel. Auf tiefgründigen Böden bildet er eine tiefreichende Pfahlwurzel aus, ansonsten ein weitreichendes Herzwurzelsystem. Die Böden sollten zudem durchlässig und feucht sein und der Tulpenbaum bevorzugt kühle bis kalte Lagen. Zudem ist er sehr sturmfest.

Auf einen Blick

1.12 Hydrangea, 1.16 Magnolia
Östl. Nord-Amerika
Gehölz
Großbaum>20m
exotische Blattform und Blüte

Wissenschaftliche Informationen

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Liriodendron tulipifera L.
Magnoliaceae (Magnoliengewächse)
Liriodendron
tulipifera
'Ardis',
'Arnold',
'Aureomarginatum‘,
'Fastigiatum’,
'Integrifolium'
Liriodendron procerum, Liriodendron truncatifolium, Tulipifera liriodendrum

Standort

2Auen- und Ufergehölze.3mäßig trocken, frisch bis feucht, schwach sauer oder neutral, sandig.2sonnig, wärmeliebend, meist frosthart.1Großbaum > 20m
vollsonnigLichteinfluss von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang.
kurzzeitig überschwemmt, nasspF 1,3-0,1, mäßig nasspF 2,1-1,4, feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, tiefgründigA- und B-Horizont des Bodens ohne verfestigte Schichten oder größere Gesteine
pH 5,0-7,5
6avon −23,3 °C bis −20,5 °C

Verwendung

eines der stattlichsten Ziergehölze mit eindrucksvollem Habitus und außergewöhnlichen Blättern sowie Blüten, für weiträumige Garten- und Parkanlagen, am besten in Einzelstellung, sehr starkwüchsig, markant gerader Stamm bis in die Spitze, aufgrund seines Wurzelwerkes sehr windfest, neigt aber zu Astbruch, aufgrund fleischiger Wurzeln wird eine Frühjahrspflanzung empfohlen
Nein
insektenfreundlich
Nein

Blätter

Liriodendron tulipifera Blüte
N. Jung
wechselständig, lang gestielte 4-6 lappige Blätter, Umriss fast 4-eckig, 8-15 cm lang und breit, mit glattem Rand und abgerundeter oder gestutzter Basis, Mittellappen quer gestutzt und mit sattelförmiger Einbuchtung, die 2 großen Seitenlappen sind kurz zugespitzt, Blätter oberseits frischgrün, unterseits leicht bläulich, gelbe Herbstfärbung
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr
Ja

Blüte

Blüte im Mai
N. Jung
glockig tulpenförmige Blüten, 4-5 cm, einzeln sitzend und endständig, 3 hellgrün abstehende Kelchblätter, 6 grünlich-gelbe aufrechte Kronblätter, innen, nahe der Basis, mit breitem, orange-farbenen Band
Mai, Juni
glockig tulpenförmig, 4-5 cm groß; einzeln und endständig; 3 abstehende Kelchblätter; 6 aufrechte Kronblätter
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
gelb, grün

Frucht

Liriodendron tulipifera Frucht
N. Jung
holzige Fügelnüsse mit je 2 Samen, die zu einem 6-8 cm langen, zapfenähnlichen Fruchtstand zusammengefasst sind.
Juli, August, September

Borke / Rinde

Liriodendron tulipifera Austrieb
N. Jung
in regelmäßigen Netzwerk gefurcht, grau mit teilweise leicht oranger Färbung

Wurzelsystem

fleischig, Herzwurzler, Pfahlwurzel
niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Liriodendron tulipifera im Sommer
J. Gabler
Herbstfärbung Anfang Oktober
J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Liriodendron tulipifera Blüte
N. Jung
J. Rubart
J. Gabler
Einsetzende Herbstfärbung Anfang Oktober
J. Gabler
Mitte Oktober mit maximaler Herbstfärbung
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Nicole Jung, Jessica Gabler
Nicole Jung, Constantin Grote, Jessica Gabler
  • Bärtels, Andreas (1991): Gartengehölze. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Flora of North Amerika Vol 3. (2021): Liriodendron. Online verfügbar unter: http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=118707, zuletzt geprüft am 15.06.2021.
  • Geyer, Hans- Jürgen (1997): Kennziffernsystem für Gehölze. Kennziffern zu Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen. Dissertation. Technische Universität Berlin
  • Geyer, Hans-Jürgen (1984-2021): Zentraldatenbank für kultivierte Gehölze Europas. Online verfügbar unter https://www.uni-due.de/ginkgo/german/index.htm, zuletzt geprüft am 20.06.2021.
  • Kelly, John; Hillier, John (Hg.) (2004): The Hillier. Bäume & Sträucher. 2., überarb. Aufl. Braunschweig: THALACKER MEDIEN.
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • WFO (2021): World Flora Online. Online verfügbar unter: http://www.worldfloraonline.org, zuletzt geprüft: 20.06.2021
  • ThePlantList (2013): A working list of all plant species. Version 1.1.; Online verfügbar unter http://www.theplantlist.org/, zuletzt abgerufen am 23.11.2020.
  • Roloff, A. & Bärtels, A. (2006): Flora der Gehölze; Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Van den Berk, B.V. (2004): Über Bäume. 2nd Edition. Hrsg. Baumschulen Gebr. Van den Berk. Sint- Oedenrode, Niederlande.
  • Smith, N.F. (1995): Trees of Michigan and the Upper Great Lakes. 6th Edition. Thunder Bay Press. Lansing, Michigan