Lathyrus vernus

M. Roth
Schnellüberblick

Deutscher Name: Frühlings-Platterbse

Wissenswertes

Die Pflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler treibt bereits früh im Jahr aus. Schon im März sind die ersten gräulich grün und dunkelviolett-braunen Knospen im Beet zu entdecken. Bald entfalten sich zarte, hellgrüne Fiederblättchen. Die Frühlingsplatterbse blüht von April bis Mai und dient dann sowohl als Futterpflanze für Insekten als auch als leuchtender Blühaspekt im Beet. Es dauert einige Jahre, bis sich aus einer einzelnen Pflanze ein ansehnlicher Bestand entwickelt hat. Einmal etabliert wächst sie horstartig und buschig und erreicht eine Höhe von durchschnittlich 30 cm bis maximal 60 cm. Vor allem während der Blüte, wenn sich die Blüten von rotviolett nach violettblau umfärben haben die kleinen Horste eine schöne Zierwirkung. Sie kann daher auch als Schnittpflanze verwendet werden. Auch danach ist sie durch die dunkelbraun-rötlichen Hülsenfrüchte sehr attraktiv und bereichert die Pflanzung bis in den Sommer hinein.

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Die heimische Art ist robust und langlebig. Sie zieht schattige bis halbschattige, neutral bis basische, frische nährstoffreiche Standorte vor. Die Pflanze übersteht aber auch längere Trockenphasen. Daher ist sie gut geeignet für schwierig dauerhaft zu bepflanzende Standorte. Im Botanische Garten Höxter wächst sie im Magnolienquartier im trockenen Halbschatten der Gehölze. Die Frühlings-Platterbse breitet sich, sowohl vegetativ durch Rhizome als auch generativ über die Samen in den braunen Schoten, maßvoll aus. Als Hülsenfrüchtler Fabaceae reichert sie durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien zudem den Boden mit Stickstoff an.

Auf einen Blick

1.16 Magnolia
Gehölzränder in Europa, Westsibirien
Staude
Aufrecht, buschig und 20-40(-60) cm hochwachsende, ausdauernde Staude mit unverzweigten Stielen, ohne Ranken

Wissenschaftliche Informationen

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Lathyrus vernus
Fabaceae (Hülsenfrüchtler)
Lathyrus
vernus

Standort

G2Gehölz, frischer Boden, GR2Gehölzrand, frischer Boden
halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
frischpF 3,9-3,1
torfhaltigBoden mit min. 30 Massenprozent organischer Substanz aus torfbildenden Pflanzen, sandigBoden mit 20-40% Massenanteil an Korngrößen zwischen 0,063 und 2mm
pH 7,0-8,0
4avon −34,4 °C bis −31,7 °C, 4bvon −31,6 °C bis −28,9 °C
CSR-StrategeKonkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen sind kurzlebige relativ niedrige, häufig Ausläufer treibende oder Rosetten bildende Arten mit bodennahen Erneuerungsknospen.
IIin kleinen Trupps von 3-10 Pflanzen gruppieren

Verwendung

giftig
insektenfreundlich

Blätter

Lathyrus vernus
A. Ullrich
Fiederblätter mit 4-8 eiförmigen länglich zugespitzten, glatten Blättchen
sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Lathyrus vernus Blüte
A. Ullrich
Trauben aus 3-7 purpurroten Blüten, die sich im Verlauf der Blüte blaugrünlich verfärben, 13-20 mm groß endständig an aufrechten Stängeln
April, Mai, Juni
Lippenblüten in endständigen Trauben
Sphingophilie - NachtfalterbestäubungSonderform der Lepidopterophilie, Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln, Myophilie - FliegenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Diptera (Fliegen und Mücken), Cantharophilie - KäferbestäubungSonderform der Entomophilie, Psychophilie - TagfalterbestäubungSonderform der Lepidopterophilie
blau, violett

Frucht

Lathyrus vernus Frucht
A. Ullrich
Mai

Wurzelsystem

hochdie Pflanze nimmt schnell größere Flächen ein und breitet sich stark aus

Jahreszeiten

Lathyrus vernus Frühjahr
A. Ullrich
Lathyrus vernus Sommer
A. Ullrich

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Lathyrus vernus Blüten und Blattaustrieb
A. Ullrich
Lathyrus vernus Farbverlauf der Blüten
A. Ullrich
Lathyrus vernus Samenschoten
A. Ullrich
Lathyrus vernus Geöffnete Samenschoten an der Pflanze
A. Ullrich

Verfasser / Literatur

Alicia Ullrich, Jessica Gabler
Alicia Ullrich
  • Aichele, D., Golte-Bechtle, M. (1993): Was blüht denn da? Wildwachsende Blütenpflanzen Mitteleuropas.- 55. Auflage. – Stuttgart: Franckh-Kosmos.
  • Bundesamt für Naturschutz (BfN) [Hrsg.] (2022): Floraweb- Artensteckbriefe.- . last accessed 24.01.2023.
  • Fitter, R., Fitter, A. & Blamley, M. (2000): Pareys Blumenbuch. 3. Auflage. – Berlin: Blackwell Wissenschafts-Verlag.
  • Kreß, C. (2018): Stauden für den trockenen Schatten. - Ulmers Pflanzenmagazin: Gartenpraxis -. 07/2018: S. 52.
  • Schauer, T. et. al. (2016): Der illustrierte BLV Pflanzenführer für unterwegs.- 8. Auflage. München: BLV Buchverlag Gmbh & Co. KG.