Hypericum 'Hidcote'

H.V. Yates
Schnellüberblick

Deutscher Name: Großblumiges Johanniskraut

Synonyme: H. x hidcote

Wissenswertes

Das Großblumige Johanniskraut, auch Großblumiger Johannisstrauch genannt, ist ein wahrer Blickfang zu Blütezeit, wie der Name schon vermuten lässt. Die Pflanze gehört der Familie der Johanniskrautgewächse Hypericaceae an. Aus verschiedenen Quellen lässt sich festhalten, dass die Herkunft eher unsicher ist, wenn auch bekannt ist, dass sie seit etwa 1920 in England in Kultur zu finden ist. Die Herkunft liegt jedoch vermutlich in China und könnte eine Hypericum-patulum-Sorte (BRUNS, 2023), eine Kreuzung aus H. cyathiflorum ‘Gold Cup‘ x H. calycinum (ROLOFF, 2018) sein oder einen genetischen Anteil H. hookerianum (VON EHREN, 2018) aufweisen. Die genaue Herkunuft ist jedoch vielfach diskutiert und nicht bestätigt. Festhalten lässt sich jedoch, dass Hypericum ‘Hidcote‘ viele Eigenschaften der oben genannten Hypericum-Arten vorweist. Neben der Blütenpracht von Juni bis Oktober, aus offenblütigen, schalenförmigen gelben Blüten, die ein reiches Angebot an Pollen besitzen, sind die folgenden Früchte ebenfalls zierend. Die breit eiförmigen Kapseln erstrahlen in changierenden Rottönen und sind vor allem in der Floristik beliebt. Der Fruchtschmuck ziert jedoch auch den Garten bis weit in den Winter hinein. Dieser wird unterstrichen vom wintergrünen Laub, in seiner dunkel- bis bläulich-grünen Farbe. Das gegenständige, länglich bis eiförmige Laub ist typisch für verschiedenen Hypericum-Arten. Ohne einen kräftigen Rückschnitt im Frühjahr kann der Kleinstrauch eine Höhe zwischen 1,0-1,5m erreichen, bleibt jedoch sonst zwischen 0,7-0,8m. Das Großblumige Johanniskraut eignet sich für den Einsatz in Bepflanzungen des öffentlichen Grüns, da es bei dichten, eingewachsenen Beständen einen Unkrautaufwuchs gut unterdrücken kann. Lücken werden durch Ausläuferbildung zuverlässig geschlossen. Im Garten kann es gut in Kombination mit verschiedenen Stauden und anderen kleinen Gehölzen eingesetzt werden und bringt mit seiner Blühfreudigkeit bis in den späten Herbst noch Farbe in Pflanzungen. Kleinere Hecken können ebenfalls mit Hypericum ‘Hidcote‘ gepflanzt werden.

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Hypericum ‘Hidcote‘ bevorzugt einen sonnigen bis absonnigen Standort auf einem schwach sauren bis alkalischen Boden. Hierbei sollte der trockene bis frische Boden humos aber vor allem durchlässig sein. Bei Staunässe, vor allem im Winter, kann es jedoch zu Totalausfällen in Pflanzungen kommen. Junge Pflanzen sollten zudem in den ersten Jahren einen Winterschutz im Bereich der Wurzeln bekommen, um ebenfalls Ausfälle zu vermeiden. Die gärtnerische Vermehrung des Großblumigen Johanniskrautes erfolgt durch Aussaat oder Stecklinge, seltener durch Teilung oder Abnahme von Ausläufern.

Auf einen Blick

5.5 Kaukasische Hochstaudenflur
Ursprung unbekannt
Gehölz
Kleinstrauch0,5-1,5m
0,7-0,8m, ohne Schnitt 1,0-1,5m, aufrechte Grundtriebe, leicht bogig überhängende Triebenden, dichttriebig, hohes Ausschlagsvermögen, stadtklimafest, hitzeverträglich

Wissenschaftliche Informationen

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Hypericum 'Hidcote' L. ''Hidcote''
Hypericaceae (Johanniskrautgewächse)
Hypericum
patulum, cyatchiflorum x calycinum, hookerianum
H. x hidcote

Standort

9Gehölze der Hecken und Strauchflächen.1trocken bis frisch, mäßig nährstoffreich, schwach sauer bis stark alkalisch, sandig- oder lehmig-humos.5absonnig oder licht- bis halbschattig, wintermild, mäßig frosthart.6Kleinstrauch > 0,5 m
sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang.
sommertrocken, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, humoshoher Anteil organischer Substanz, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand, sandigBoden mit 20-40% Massenanteil an Korngrößen zwischen 0,063 und 2mm, schluffigBoden mit 15-40% Massenanteil an Korngrößen von 0,063-0,63mm und unter 20 % Massenanteil an Korngrößen unter 0,063 mm, stellt keine besonderen Ansprüchegedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos
pH 6-9
6avon −23,3 °C bis −20,5 °C

Verwendung

Gruppenbepflanzung, kleine Hecke, flächige Pflanzungen, Einzelstellung, öffentliches Grün, Unterpflanzung Großgehölze
bienenfreundlich, Pollenangebot
Ja, schnittverträglich
ausläuferbildend
Rückschnitt im Frühjahr, Winterschutz der Wurzeln bei jungen Pflanzen, Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge

Blätter

Draufsicht Blätter
gegenständig, länglich eiförmig bis lanzettlich, 3,5-6,5cm lang, dunkelgrün drüsig punktiert, unterseits bläulich, kurz gestielt, Basis breit keilförmig
fakultativ wintergrünin milden Wintern wird einen Teil des üblicherweise sommergrünen Laubs behalten oder das Laub wird erst bei stärkeren Frostereignissen von Dezember bis Januar abgeworfen, wintergrünAustrieb im Frühjahr, Blattfall erfolgt vor dem Austrieb mit dem Öffnen neuer Knospen im folgenden Frühjahr, Blattalter genau 1 Jahr
Ja

Blüte

Offene, bienenfreundliche Blüte
5-7cm breite Schalenblüten, fünf 1,5-3,5cm lange Kronblätter, 1-16 Blüten je Trugdolde, Staubgefäße 0,7-0,9cm, Staubblätter in 5 Bündeln, pollenreich
Juni, Juli, August, September, Oktober
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
gelb

Frucht

Kapselfrüchte, breit eiförmig, ca. 1cm, Samen dunkelbraun ca. 1mm
Juli, August, September, Oktober
August, September, Oktober, November

Borke / Rinde

drehrund, braun

Wurzel­system

Herzwurzler
niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Knospe Ende Mai

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Mögliche Frostschäden

Verfasser / Literatur

Hannah Victoria Yates
Hannah Victoria Yates
  • Roloff, Andreas, Andreas Bärtels (2018): Flora der Gehölze. 5. aktualisierte Auflage. – Stuttgart: Ulmer Verlag.
  • Bruns Pflanzen (2022): Hypericum ‘Hidcote‘. – Online verfügbar: , zuletzt: aufgerufen: 05.07.2023
  • Eggert Baumschule (2022): Hypericum Hidcote. - Online verfügbar: , zuletzt aufgerufen: 04.07.2023
  • Flora of China (o.J.): Hypericum pautulum. – Online verfügbar: < http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200014235>, zuletzt aufgerufen: 04.07.2023
  • Galasearch (2023): Hypericum ‘Hidcote‘. – Online verfügbar: , zuletzt aufgerufen: 04.07.2023
  • Baumschule Lorenz von Ehren (2018): Baumschulkatalog. Hypericum ‘Hidcote‘. – 5. Auflage. Hamburg: Siepmann.
1 / 5Offene, bienenfreundliche Blüte
2 / 5Habitus vor der Blüte
3 / 5Draufsicht Blätter
4 / 5Mögliche Frostschäden
5 / 5Knospe Ende Mai