Fothergilla major

Fothergilla major Quelle: N. Jung
Schnellüberblick

Deutscher Name: Großer Federbuschstrauch, Hoher Federbuschstrauch

Synonyme: Fothergilla monticola,, Fothergilla latifolia

Wissenswertes

Dieser hübsche Nordamerikaner namens Fothergilla major erhielt seinen Gattungsnamen in Erinnerung an den englischen Arzt und Botaniker John Fothergill. Der Artname major weist darauf hin, dass es sich um den Großen oder Hohen Federbuschstrauch handelt. In der Tat wird er mit zwei Metern Maximalhöhe auch größer als sein nächster Verwandter, Fothergilla gardenii. Dieser wird höchstens achtzig Zentimeter hoch. Fothergilla major erreicht die Zwei- Meter- Marke aber nur selten und braucht dafür sehr lange. Der Jahreszuwachs dieses aufrecht und breitbuschig wachsenden Gehölzes liegt nur bei ca. zehn Zentimetern. Das macht ihn perfekt geeignet für kleine Gärten. Aber nicht nur seine geringe Höhe ist bemerkenswert. Im Frühjahr ab Mai erfreut Fothergilla seinen Betrachter mit leuchtend weißen Blüten, die intensiv nach Honig duften. Diese Blüten haben keine Kronblätter, aber weiße Staubgefäße, die in Ähren dicht zusammenstehen. Aus der Ferne erinnert das an Weidenkätzchen oder Flaschenbürsten. War der Winter mild, blüht Fothergilla auch schon früher. Die Blüte dauert dann bis zum Juni-Juli. Da die Blüten schon vor dem Laubaustrieb erscheinen und so intensiv duften, bieten sie einen grandiosen Anblick und ziehen auch noch Bienen, Hummeln und andere Insekten magisch an. Die breiten, herzförmigen Blätter ähneln denen von Zaubernüssen, das wundert nicht, gehören sie doch zur gleichen Familie. Diese Blätter entfesseln im Herbst ein echtes Feuerwerk an Farben. Von leuchtendem orangegelb über reines Karminrot bis Purpurviolett reicht das Spektrum. Der Strauch leuchtet in seinem Herbstkleid weithin wie eine große Flamme.

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Trotz seines aparten Erscheinungsbildes ist Fothergilla bemerkenswert pflegeleicht und unkompliziert. Er ist sehr winterhart und wächst äußerst langsam. Je sonniger der Stand um so prächtiger die Herbstfärbung, auch mit Halbschatten kommt er zurecht. Für einen lockeren, leicht sauren und humosen Boden ist der Federbuschstrauch dankbar. Eine gute Feuchtigkeitsversorgung ist allerdings besonders in Trockenperioden wichtig, sonst zeigen die Blätter schnell Trocknungsschäden. Ein Rückschnitt ist bei diesem Strauch nicht erforderlich. Ähnlich wie bei Hamamelis können aber vergreiste Triebe über dem Boden entfernt werden. Die beste Pflanzzeit liegt im Herbst und Frühjahr. Zu anderen Gehölzen sollte bei der Pflanzung ungefähr ein Meter Abstand gehalten werden, damit das Wurzelwerk genug Raum zur Entfaltung hat. Der Federbuschstrauch kommt als Solitär gut zur Geltung, eignet sich aber auch für Gruppengestaltungen. Besonders schön kommt er in Waldrandpflanzungen, Heide- und Rhododendron-Beeten und halbschattigen Steingärten zur Geltung.

Auf einen Blick

1.16 Magnolia, 2.08 Funkienhof
Nordamerika
Keine Blüten-Kronblätter, dafür besonders groß ausgebildete, weiße Staubgefäße.

Wissenschaftliche Informationen

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Fothergilla major LODD.
Hamamelidaceae (Zaubernussgewächse)
Fothergilla
major
-
Fothergilla monticola,, Fothergilla latifolia

Standort

vollsonnigLichteinfluss von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
humoshoher Anteil organischer Substanz, schluffigBoden mit 15-40% Massenanteil an Korngrößen von 0,063-0,63mm und unter 20 % Massenanteil an Korngrößen unter 0,063 mm, torfhaltigBoden mit min. 30 Massenprozent organischer Substanz aus torfbildenden Pflanzen, nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, sandigBoden mit 20-40% Massenanteil an Korngrößen zwischen 0,063 und 2mm, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand
pH 5,0-7,0
7avon −17,7 °C bis −15,0 °C

Verwendung

Langsamwüchsiger Einzelstrauch für Heidegärten oder lichte Gehölzrandbereiche. Bei zu schattigen Standorten keine Blüte sowie ausbleibende Herbstfärbung. Aber auch nicht zu sonnige und heiße Standorte.
Blüten würzig duftend nach Honig
insektenfreundlich, wildbienenfreundlich, Hummeln

Blätter

Fothergilla major Blätter
N. Jung
Die 5-10 cm langen, einfachen Blätter sind rundlich bis breit eiförmig. Die Basis ist keil- oder herzförmig. Die Oberseite ist glänzend dunkelgrün, unterseits sind die leicht ledrigen Blätter grün oder blaugrün und spärlich bis sternhaarig behaart. Kurzer, 0,5-1 cm langer Stiel.
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Fothergilla major Blüte
N. Jung
Weiße bis rötlich überhauchte Einzelblüten in 3-6 cm langen, aufrechten Ähren. Diese sitzen endständig an kurzen Seitenzweigen und erscheinen schon vor dem Laubaustrieb.
Mai
3-6 cm lange, aufrechte Ähren; keine Kronblätter, dafür groß ausgebildete, weiße Staubgefäße
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
weiß

Frucht

Fothergilla major Früchte
N. Jung
September

Borke / Rinde

J. Gabler
hellbraun

Wurzelsystem

niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Fothergilla major im Frühling
N. Jung
Fothergilla major im Sommer
N. Jung
Fothergilla major im Herbst
N. Jung
Fothergilla major im Winter
N. Jung

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Fothergilla major Blüte Detailaufnahme
A. Ullrich
Fothergilla major Blattaustrieb
A. Ullrich
Fothergilla major Habitus im Frühjahr
A. Ullrich
Blüten in verschiedenen Stadien
J. Gabler
Knospen im Winter
N. Jung

Verfasser / Literatur

Nicole Jung
Nicole Jung, Constantin Grote
  • Geyer, Hans-Jürgen (1984-2021): Zentraldatenbank für kultivierte Gehölze Europas. Online verfügbar unter https://www.uni-due.de/ginkgo/german/index.htm, zuletzt geprüft am 20.06.2021.
  • ThePlantList (2013): A working list of all plant species. Version 1.1.; Online verfügbar unter http://www.theplantlist.org/, zuletzt abgerufen am 23.11.2020.
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • Roloff, A. & Bärtels, A. (2006): Flora der Gehölze; Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (1991): Gartengehölze. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Kelly, John; Hillier, John (Hg.) (2004): The Hillier. Bäume & Sträucher. 2., überarb. Aufl. Braunschweig: THALACKER MEDIEN.
  • WFO (2021): World Flora Online. Online verfügbar unter: http://www.worldfloraonline.org, zuletzt geprüft: 20.06.2021
  • Geyer, Hans- Jürgen (1997): Kennziffernsystem für Gehölze. Kennziffern zu Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen. Dissertation. Technische Universität Berlin