Epimedium pubigerum

P. Bobe
Schnellüberblick

Deutscher Name: Flaumige Elfenblume

Synonyme: Epimedium alpinum var. pubigerum DC.

Wissenswertes

Epimedium pubigerum, auch Flaumige Elfenblume genannt gehört zu der Familie der Berberidaceae und ist vom südlichen Balkan über das nördliche Kleinasien bis hin zum Pontus weit verbreitet. Epimedium pubigerum bevorzugt lichtschattige, halbschattige, sowie schattige Standorte mit frischen bis feuchten Böden. Die Staude wird häufig in kleinen Tuffs von 3-10 Pflanzen, oder aber auch in größeren Gruppen von bis zu 20 Pflanzen als Beeteinfassung, als Bodendecker, zur Gehölzunterpflanzung oder am Gehölzrand verwendet. Die Blätter dieser Elfenblume besitzen eine dunkelgrüne Oberseite und eine blaugrüne Unterseite. Die Blätter haben zudem eine lederartige Struktur und sind fein wollig behaart. Im Winter färbt sich das Laub teilweise bronzefarben bis rötlich. Ihren Namen trägt die Elfenblume aufgrund ihrer filigranen, elfenhaften Blüten, die von April bis Mai erscheinen. Die Staude bildet bis zu 30 Einzelblüten an einem lockeren Blütenstand über dem Laub. Die Blüten verfügen über äußere Sepale, die rötlich gefärbt sind und zur Mitte hin rosa bis fast weiß werden. Die Petale sind blassgelb. Im Gegensatz zu vielen anderen Epimedien ist der aus dem Petal gebildete Sporn hier nicht stark ausgebildet. Das Wurzelwerk der Elfenblume besteht aus kräftigen Rhizomen mit einigen kleinen, dünnen Wurzeln und Rhizomen im oberen Bodenhorizont, weshalb die Staude leicht frostempfindlich ist. Aufgrund ihres intensiven Wurzelwerks kann sie gut mit Wurzeldruck von älteren, beständigen Gehölzen umgehen. Epimedium pubigerum verfügt zudem über einen hohen vegetativen Ausbreitungsdrang. Außerdem hat die Staude als Pollenquelle für generalistische Hummeln einen ökologischen Wert.

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Im Jahr 2005 wurden die aus unterschiedlichen Herkünften stammenden Epimedium-Sorten im Sichtungsgarten Weihenstephan aufgepflanzt, um die einzelnen Arten und Sorten von Epimedien auf ihre Echtheit zu überprüfen. Nachfolgend wurden in den Jahren 2008 bis 2011 44 Arten und Sorten in Bonn, Düsseldorf, Osnabrück, Wädenswil, Weihenstephan und auch in Höxter aufgepflanzt, um die Staude auf ihren Gartenwert zu prüfen. Dabei ging es um den Gesamteindruck, die Widerstandsfähigkeit, die Blüten- und Blattschmuckwirkung, die Reichblütigkeit, die Bodendeckung, sowie um die Vitalität der Staude. Epimedium pubigerum wurde dabei auf Grund ihrer guten Verträglichkeit mit anderen Arten und der Toleranz gegenüber Trockenheit als „gut“ eingestuft.

Auf einen Blick

3.5 Sichtungsmodule Unter den Linden
südlicher Balkan, über das nördliche Kleinasien bis zum Pontus
Staude
kriechender Wurzelstock (Rhizome bildend)horizontal wachsender verdickter Sproß mit Ausbreitungs- und Speicherfunktion unter- oder nahe der Erdoberfläche

Wissenschaftliche Informationen

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Epimedium pubigerum Morr. & Decne
Berberidaceae (Sauerdorngewächse)
Epimedium
pubigerum
Epimedium alpinum var. pubigerum DC.

Standort

G2Gehölz, frischer Boden, GR2Gehölzrand, frischer Boden, GR3Gehölzrand, feuchter Boden
lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1
felsigmit größeren Gesteinsbrocken durchsetzt und meist flachgründig, flachgründigA-Horizont des Bodens geht rasch in den C-Horizont (anstehendes Gestein) über, meist karg und nährstoffarm in Hügelland, Mittelgebirge oder Steilhängen, humoshoher Anteil organischer Substanz, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand, steinigBoden reich an Korngrößen >63mm
pH 6,0-7,0
5avon −28,8 °C bis −26,2 °C
CS-StrategeKonkurrenz-Stress-Strategen sind am geeigneten Standort konkurrenzstarke, mäßig stresstolerant aber wuchsstarke Spezialisten auf Standorten mit mindestens einem ökologischen Faktor im Min. oder Max., z.B. Sumpfpflanzen, Arten auf Trockenstandorten oder hochwüchsige Gebirgspflanzen
IIin kleinen Trupps von 3-10 Pflanzen gruppieren, IIIin größeren Gruppen von 10-20 Pflanzen verwenden

Verwendung

Gruppenbepflanzung, Beeteinfassung, Bodendecker, Gehölzrand, Gehölzunterpflanzung, verträgt hohen Schatten- und Wurzeldruck, relativ trockenheitsverträglich
leicht giftig
Nein, nicht duftend
Rückschnitt im März, um gute Blütenentwicklung zu fördern

Blätter

Blattausprägung im Frühjahr
doppelt dreiteilig, oval, bis rundlich, am Blattstiel herzförmig, dunkelgrün, lederartig, Unterseite blaugrün, wollig behaart, ein Blatt pro Blütenstand, im Winter manchmal bronzefarben und rötlich gefärbtes Laub
wintergrünAustrieb im Frühjahr, Blattfall erfolgt vor dem Austrieb mit dem Öffnen neuer Knospen im folgenden Frühjahr, Blattalter genau 1 Jahr
Ja

Blüte

Blütenstand
lockerer Blütenstand, deutlich über dem Laub stehend, bildet bis zu 30 Einzelblüten, bis zu 12 mm groß und sehr hell, außen rötliche Sepalen, im inneren rosa getönt, fast weiß, blassgelbe Petalen,
April, Mai
InsektenbestäubungBestäubung durch Insekten
rosa, rot, weiß

Wurzel­system

RhizomÜberwinterung in einem kriegenden, horizontalen Wurzelstock
intensives Wurzelwerk und kräftige Rhizome, weshalb sie gut mit Wurzeldruck von älteren eingewachsenen Gehölzen zurecht kommt, hoher Anteil an kleinen, dünnen Wurzeln und Rhizomen im oberen Bodenhorizont, wodurch sie leicht frostempfindlich ist
hochdie Pflanze nimmt schnell größere Flächen ein und breitet sich stark aus

Jahreszeiten

Blütenstand im Frühjahr
Blattstruktur im Sommer

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

fremdländischstammen nicht ursprünglich aus Mitteleuropa, schneckenfest
behaarter Blütenstiel

Verfasser / Literatur

Pia Bobe
Pia Bobe
  • JELITTO, L., SCHACHT, W., SIMON, H. (2002): Die Freiland-Schmuckstauden. 5. Auflage. Stuttgart: Eugen Ulmer.
  • Gaißmayer (2022-22): Hauptkatalog 2020-22. Faszinierend vielfältiges Angebot in verlässlich guter Qualität. Stauden, Kräuter, Gräser und Farne. – Illertissen
  • Willery, D. (2007). Stauden von A-Z. Das Katalogbuch zum Nachschlagen und Entscheiden. Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
  • Bruns(2023): Allgemeine Informationen Epimedium pubigerum: https://online.bruns.de/de-de/artikel/2866/epimedium-pubigerum (zuletzt verwendet am 03.05.2023)
  • Lorenz von Ehren (2023): Epimedium pubigerum https://www.lve-baumschule.de/epimedium-pubigerum/6977382 (zuletzt verwendet am 03.05.2023)
  • Goethe-Universität Frankfurt (2015): https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/36695/file/doerken_2015_elfenblume.pdf (zuletzt verwendet am 03.05.2023)
  • Jelitto, L., Schacht, W., Fessler, A. (1990): Die Freiland Schmuckstauden. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • ECKEHARDT J. JÄGER, FRIEDRICH EBEL, PETER HANELT, GERD K. MÜLLER (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  • Fessler, A. (1991): Der Staudengarten. Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
  • Schöne, Horst (2021): unsere Stauden ideale Wegbegleiter durch das Gartenjahr-Münster: Landwirtschaftsverlag GmbH
  • Epimedium-Sichtung(2023):Epimedium-Sichtung.- (zuletzt aufgerufen am 05.07.2023)
  • Dumont (1998): The Royal Horticultural Society. A-Z Encyclopedia of Garden Plants-Gütersloh: Mohndruck GmbH.
  • Sperl, Ina (2019): 10 Lieblingspflanzen.-Gartenpraxis (03-2019): S.47
1 / 10Blütenstand
2 / 10Aufrechter Habitus
3 / 10Blattausprägung im Frühjahr
4 / 10
5 / 10Blütenstand im Frühjahr
6 / 10Blattstruktur im Sommer
7 / 10
8 / 10
9 / 10
10 / 10behaarter Blütenstiel