Enkianthus campanulatus

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Glockige Prachtglocke, Japanische Prachtglocke

Synonyme: Andromeda campanulata, Enkianthus kikuchi-masaoi, Enkianthus latiflorus

Wissenswertes

Enkianthus campanulatus ist ein Vertreter der japanischen Gehölzflora.Die Japanische Prachtglocke ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Prachtglocken (Enkianthus) innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).Der bis drei Meter hohe Strauch trägt im Mai glöckchenartige , zierliche Blüten in großen hängenden Doldentrauben, daher der Name Prachtglocke. Die fünfteiligen Einzelblüten sind hellgelb bis hellrosa gefärbt und von rötlichen Adern durchzogen, was sehr zierend wirkt.Die Blüten duften auch noch sehr angenehm, was auch viele Insekten anlockt. Ein weiteres Highlight ist die leuchtend rote Herbstfärbung. Auch im Winter punktet Enktianthus mit seinem markanten etagenförmigen Wuchs. Der Fruchtschmuck bleibt lange erhalten und wirkt ebenso dekorativ.

Enkianthus- Arten wachsen gern auf leichten, humosen und frisch- sauren Böden im lichten Schatten großer Bäume . Obwohl die anderen Enkianthus - Arten in unseren Breitengraden genauso schön und winterhart sind, findet man im Handel nur campanulatus, und das auch nur selten. Die japanische Prachtglocke ist ein hervorragendes Gehölz für Solitärstellung oder in Gruppenpflanzungen, welches ausgezeichnet mit anderen Moorbeetgewächsen harmoniert und in keinem Garten im asiatischen Stil fehlen darf.

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Markant ist der straff aufrechte Wuchs, der deutlich in Etagen gegliedert ist. Im Frühjahr (April-Mai) bilden sich die markanten zierlichen Blüten in zartem rosa-weiß. Diesen Maiglöckchen-artigen, in großen Doldentrauben hängenden Blüten verdankt der bis zu 3 m hoch werdende Strauch seinen Namen Prachtglocke. Zu Recht, denn diese Blüten sind wirklich prächtig anzusehen und sie duften auch noch großartig. Enkianthus wird während der Blütezeit rege von Insekten angeflogen.

Akzentuiert werden diese Blüten durch die ledrigen, schmal elliptisch geformten Blätter, die leicht bläulich schimmern. Wird es herbstlich, verfärben sich diese Blätter in einem wahren Feuerwerk von gelb über flammend rot bis violett. Auch im Winter kann Enkianthus campanulatus mit seinem markanten etagigen Habitus Akzente setzen. Am besten gedeiht er auf einem humosen, sauren Boden im Halbschatten. Stimmt die Feuchtigkeitsversorgung kann er auch sonniger stehen, auch weniger saure Böden toleriert er, Kalk wird aber gemieden. Auf Schnittmaßnahmen sollte verzichtet werden, da nur zu schnell der arttypische Habitus verloren geht. Außerdem wächst dieses Gehölz von Natur aus eher langsam.

Auf einen Blick

4.7 Rhododendrongarten
Japan

Wissenschaftliche Informationen

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Enkianthus campanulatus (MIQ.) G.NICHOLSON
Ericaceae (Heidekrautgewächse)
Enkianthus
campanulatus
'Albiflorus', 'Red Bells'
Andromeda campanulata, Enkianthus kikuchi-masaoi, Enkianthus latiflorus

Standort

sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
nasspF 1,3-0,1, mäßig nasspF 2,1-1,4, feuchtpF 2,9-2,2, mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0
humoshoher Anteil organischer Substanz, schluffigBoden mit 15-40% Massenanteil an Korngrößen von 0,063-0,63mm und unter 20 % Massenanteil an Korngrößen unter 0,063 mm, nährstoffreichDer Boden ist gut mit Mikro- und Makronährelementen versorgt, lehmigBoden mit anorganischen Bestandteilen aus etwa gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand
pH 5,0-7,0
6bvon −20,4 °C bis −17,8 °C

Verwendung

Herrlicher Blütenstrauch für den schattigen Gehölzrand. Sehr gut unter Nadelgehölzen oder mit Rhododendren zu kombinieren. Um die interessanten Blütenstände sowie die prachtvolle Herbstfärbung voll zur Geltung zu bringen, empfiehlt sich ein ruhiger, schlichter Hintergrund.
intensiv, angenehm duftende Blüten
insektenfreundlich, wildbienenfreundlich, Hummeln

Blätter

Enkianthus campanulatus Blätter
N. Jung
Wechselständige, meist an den Triebenden wirtelig gehäufte und einfache Blätter mit kurzem Stiel. Verkehrt-eiförmig bis elliptisch und scharf zugespitzt, 3-7 cm lang. Der Blattrand ist gesägt. Die Blattflächen sind beidseitig borstig behaart und von stumpfgrüner Farbe.
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr

Blüte

Einkianthus campanulatus Blüte
N. Jung
Hellgelbe bis hellrosa Blüten mit lachsfarbenen oder rostbraunen Adern. 5 bis 15 Stück in endständigen, hängenden Trugdolden. An 1-2,5 cm langen Blütenstiel. Mit glockiger Krone.
Mai
5 bis 15 Stück in endständigen, hängenden Trugdolden. An 1-2,5 cm langen Blütenstiel. Mit glockiger Krone.
Melittophilie - BienenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Bienen und Hummeln
gelb, rosa

Frucht

Enkianthus campanulatus Früchte
N. Jung

Borke / Rinde

J. Gabler
gelb-braun; sich im zweiten Jahr ablösend

Wurzelsystem

niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Enkianthus campanulatus im Frühling
N. Jung
Enkianthus campanulatus im Sommer
N. Jung
Herbstfärbung Mitte Oktober
J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

Malerische Herbstfärbung im Oktober
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler
diesjährige und vorjährige Früchte
J. Gabler
Früchte im Juni
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Nicole Jung
Nicole Jung, Constantin Grote
  • Bärtels, Andreas (2001): Enzyklopädie der Gartengehölze; 1430 Farbfotos, 150 Zeichnungen,13 Tabellen. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Bärtels, Andreas (1991): Gartengehölze. Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.
  • Geyer, Hans-Jürgen (1984-2021): Zentraldatenbank für kultivierte Gehölze Europas. Online verfügbar unter https://www.uni-due.de/ginkgo/german/index.htm, zuletzt geprüft am 20.06.2021.
  • Geyer, Hans- Jürgen (1997): Kennziffernsystem für Gehölze. Kennziffern zu Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen. Dissertation. Technische Universität Berlin
  • ThePlantList (2013): A working list of all plant species. Version 1.1.; Online verfügbar unter http://www.theplantlist.org/, zuletzt abgerufen am 23.11.2020.
  • Kelly, John; Hillier, John (Hg.) (2004): The Hillier. Bäume & Sträucher. 2., überarb. Aufl. Braunschweig: THALACKER MEDIEN.
  • WFO (2021): World Flora Online. Online verfügbar unter: http://www.worldfloraonline.org, zuletzt geprüft: 20.06.2021
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • Roloff, A. & Bärtels, A. (2006): Flora der Gehölze; Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer.