Ceratostigma plumbaginoides

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Schein-Bleiwurz

Synonyme: Plumbago larpentae, Stauden-Bleiwurz

Wissenswertes

Der chinesische Bleiwurz ist ein wertvoller Bodendecker für verschiedene Gartensituationen. An seinem Naturstandort im Westen Chinas besiedelt Ceratostigma plumbaginoides vorwiegend steinige und felsige Lagen, doch seine Verwendungsmöglichkeiten sind weitaus vielfältiger. C. plumbaginoides besticht nicht nur durch seine enzianblauen Tellerblüten, welche erst ab Ende August oder Anfang September erscheinen und bis in den November hinein erhalten bleiben, sondern sorgt mit seiner spektakulären roten Herbstfärbung der kleinen, verkehrt eiförmigen Blätter für ein wahres Farbenfeuerwerk im herbstlichen Garten. Der Kontrast zwischen dem Rot des Laubes und dem Blau der Blüten ist dabei als besonderes Charakteristikum hervorzuheben. Die Blütenstände schmücken die Art noch bis weit in den Winter hinein. Die Staude wird zwischen 20 und 30 cm hoch und verbreitet sich über vieltriebige, unterirdische Ausläufer, welche für einen dichten, teppichartigen Wuchs sorgen. In milden Lagen kann der Bleiwurz auch als kriechender Halbstrauch wachsen und treibt im Frühjahr aus den im Vorjahr verholzten Trieben wieder aus. In diesem Fall wird der Bleiwurz auch bis zu 40 cm groß und kann außerdem wintergrün sein.

Die Staude lässt sich wunderbar in Pflanzungen mit Felssteppen -und Steinlagencharakter verwenden und eignet sich sehr gut für die Verwendung auf Mauerkronen oder in Trockenmauern an sonnigen und halbschattigen Standorten. Der Bleiwurz gedeiht aber an den meisten sonnigen und halbschattigen Standorten, solange der Boden gut durchlässig und nicht staunass ist. Die Staude lässt sich auch am Gehölzrand etablieren und eignet sich hervorragend als Unterpflanzung von Laub- und Nadelgehölzen, da sie mit Wurzeldruck gut zurechtkommt. Dabei ist der Bleiwurz ausgesprochen trockenheitsverträglich. Des Weiteren ist die Art recht schattentolerant. Ist der Standort allerdings zu schattig, fallen sowohl Blüte als auch Herbstfärbung spärlicher aus. In unserem Staudenhof auf den unteren Terrassen blüht diese Staude zusammen mit Cyclamen coum, dem Alpenveilchen unter einer Steineiche Quercus ilex im trockenen Schatten seit einigen Jahren sehr zuverlässig.

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Da der Bleiwurz erst äußerst spät austreibt, oft erst in der zweiten Maihälfte, bietet sich eine Unterpflanzung mit Zwiebelblühern an. Wegen des starken Austriebsdrangs ist eine Pflanzung als Bodendecker in größeren Gruppen empfehlenswert. Dabei sorgt eine Stückzahl von acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter für die schnelle Ausbildung eines geschlossenen Teppichs. In strengen Wintern und vor allem bei Kahlfrösten ist ein Winterschutz ratsam, dieser kann aus Laub oder Reisig bestehen. Um Frostschäden zu vermeiden, wird eine Pflanzung im Frühjahr empfohlen. Das Artepitheton plumbaginoides bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Blüte zu Plumbago auriculata, dem Kap-Bleiwurz, eine der insgesamt zehn Arten aus der Familie der Plumbaginaceae. Weiterhin wird der Name vom lateinischen Wort für Blei plumbum abgeleitet und bezieht sich auf die Verwendung der Pflanze als Heilmittel gegen Bleivergiftungen in der Antike. Im Gattungsnamen findet sich der Verweis auf die hornartige Form des Griffels cera (griechisch keras = Horn) bzw. der Narbe stigma. Weitere Arten, die eingeschränkt bei uns nutzbar sind wären C. willmottianum und C. griffithii. Beide Arten wachsen als Halbstrauch und sind bei uns bisher eher selten in Kultur zu finden, weil sie auf einen Winterschutz angewiesen sind.

Auf einen Blick

2.1 Staudenhof
West China
Staude

Wissenschaftliche Informationen

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Ceratostigma plumbaginoides
Plumbaginaceae (Bleiwurzgewächse)
Ceratostigma
plumbaginoides
Plumbago larpentae, Stauden-Bleiwurz

Standort

GR1Gehölzrand, trockener Boden, GR2Gehölzrand, frischer Boden, Fr1Freifläche, trockener Boden, Fr2Freifläche, frischer Boden, St1Steinanlagen, trockener Boden, St2Steinanlagen, frischer Boden, FS1Felssteppen, trockener Boden, FS2Felssteppen, frischer Boden
vollsonnigLichteinfluss von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang, absonnigNordseiten von Gebäuden und Innenhöfe mit hellen Wänden sowie unverschattete Nordhänge, lichtschattigSchattenwurf durch lückigen Baumbestand oder kurze Abfolgen sonniger und schattiger Phasen, halbschattigBesonnt von Sonnenaufgang bis 11 Uhr, 8 bis 12 Uhr, zwischen 10 und 14 Uhr 2,5h, von 12-16 Uhr oder von 13 Uhr bis Sonnenuntergang., schattigBesonnt höchstens von Sonnenaufgang bis 9 Uhr, von 8-10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr eine Stunde, von 14-16 Uhr, von 15 Uhr bis Sonnenuntergang.
frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0, trockenpF 6,5-4,1
durchlässigSubstrat mit guten Drain-Eigenschaften, Wasser kann abfließen, stellt keine besonderen Ansprüchegedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos
pH 7,0-7,0, 8,0-9,0
6avon −23,3 °C bis −20,5 °C

Blätter

J. Gabler
kleine, glatte, verkehrt eiförmig Blätter, Blattrand bewimpert
fakultativ wintergrünin milden Wintern wird einen Teil des üblicherweise sommergrünen Laubs behalten oder das Laub wird erst bei stärkeren Frostereignissen von Dezember bis Januar abgeworfen
Ja

Blüte

Anfang September
J. Gabler
August, September, Oktober, November
zwittrig, polysymmetrisch
blau

Wurzelsystem

hochdie Pflanze nimmt schnell größere Flächen ein und breitet sich stark aus

Jahreszeiten

J. Gabler
Anfang September im Staudenhof
J. Gabler

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

bewimperter Blattrand
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler
J. Gabler
Blütenknospen
J. Gabler
J. Gabler

Verfasser / Literatur

Marcel Schönwald
  • Reif, Jonas/ Härtel, Wolfgang (2019): Foerster-Stauden Kompendium, 9.Auflage, Deutschland, Foerster Stauden
  • Lorenz von Ehren [Hrsg.] (2018): Lorenz von Ehren. Baumschule Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG - Hamburg.
  • Hansen & Stahl(1981): Die Stauden und ihre Lebensbereiche in Gärten und Grünanlagen. Stuttgart: Ulmer.
  • Harrison, Lorraine (2015): Latein für Gärtner. 3. Auflage. - Köln: DuMont Buchverlag.
  • Schirarend, Carsten (2006): Kleines Lexikon der Pflanzennamen. Heft 2. - Schriftreihe der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.
  • Gaißmayer (2022-22): Hauptkatalog 2020-22. Faszinierend vielfältiges Angebot in verlässlich guter Qualität. Stauden, Kräuter, Gräser und Farne. – Illertissen