Buddleja davidii BUZZ 'Ivory'

J. Gabler
Schnellüberblick

Deutscher Name: Sommer-Flieder BUZZ 'Ivory'

Synonyme: Schmetterlingsflieder

Wissenswertes

Der beliebte Schmetterlingsflieder wird frei wachsend bis zu 5 m hoch und oft genauso breit. Mit dieser Sorte aus der BUZZ-Serie ist den englischen Züchtern Thompson & Morgan ein Schmetterlingsflieder für kleine Gärten und Pflanzgefäße in elfenbeinweißer Farbe gelungen, der nur 1-1,5 m hoch wird und dennoch bis zu 20 cm lange Blütenrispen bildet. Schmetterlingsflieder bilden meist viele Stämme, verzweigen sich aber nicht sehr stark. Im Winter trägt der Strauch oft noch die vertrockneten Blättchen statt sichtbarer Knospen, die das Meristem schützen, aus dem im Frühjahr die Triebe hervorgehen. Im April treibt Buddleja davidii dann gegenständig mit eilanzettlichen, dunkelgrünen und unterseits grau filzig behaarten Blättern aus. Die im Querschnitt runden bis oft vierkantigen ockerbraunen Zweige sind lang überhängend und tragen ab Juli an den äußeren Triebverzweigungen lange endständige Rispenblüten. Grundsätzlich gilt, das regelmäßige geschnittene Exemplare weniger große Blütenrispen bilden und frei wachsende zahlreichere kleine Blütenrispen ausbilden. Blüten werden aber stets nur am einjährigen Holz gebildet, weshalb man gerne jedes Jahr im März zur Astschere greifen darf. Der Strauch kann aber auch alle paar Jahre auf den Stock gesetzt werden und treibt zuverlässig wieder aus. Die Sorte BUZZ ‘Ivory‘ bleibt aber auch ohne regelmäßigen Schnitt kompakt. Das äußerst robuste Gehölz stellt kaum Ansprüche an den Boden und gedeiht in schwach sauren bis stark alkalischen Böden, die auch Nährstoffarm sein dürfen. Lediglich Staunässe wird nicht vertragen. Hitze und Trockenheit sowie vollsonnige Lagen machen diesem Pioniergehölz nichts aus und prädestinieren es geradezu für die innerstädtische Verwendung an trockenen und heißen Standorten wie Gebäudesüdseiten.

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Der Schmetterlingsflieder stammt aus dem tibetischen und chinesischen Hochland, wo er bis in 2600 m Höhe niedrige Gebüsche bildet. Da das Gehölz sehr kurzlebig ist, und kaum älter als 35 Jahre wird, versamt es sich stark. Obwohl die Blüten Insekten wie Schmetterlinge und Schwebfliegen stark anziehen wird diskutiert ob natürliche Chemikalien im Nektar der Blüten zu atypischem Reproduktionsverhalten führen und den Arten langfristig zum Nachteil werden. Außerdem gilt die Art als invasiver Neophyt. Durch den 2. Weltkrieg kam es zu einer ersten massiven Ausbreitungswelle in Europa, da der beliebte Zierstrauch als klassischer Ruderalstratege in den Kriegstrümmern ideale Standortbedingungen vorfand. Heute ist Buddleja davidii vor allem in West-Deutschland verbreitet, im Osten wird die Ausbreitung durch stärkere Winterfröste begrenzt. Es wird kontrovers diskutiert, ob der positive Effekt, den Sukzessionsprozess auf vegetationsfeindlichen Standorten einzuleiten die Verdrängung heimischer Pionierarten auf Ruderalstandorten aufwiegt. Die Art steht unter Beobachtung und sollte sinnvoll und mit Maß verwendet werden, bis wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.

Auf einen Blick

1.6 Trockenmauer
tibetisches und chinesisches Hochland, bis 2600 m NN
Gehölz
Normalstrauch1,5-3m, Großstrauch>3m
Schmetterlingsmagnet

Wissenschaftliche Informationen

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Buddleja davidii FRANCH. BUZZ 'Ivory'
Scrophulariaceae (Braunwurzgewächse)
Buddleja
davidii
Schmetterlingsflieder

Standort

9Gehölze der Hecken und Strauchflächen.1trocken bis frisch, mäßig nährstoffreich, schwach sauer bis stark alkalisch, sandig- oder lehmig-humos.1sonnig, wärmeliebend, mäßig frosthart.5Normalstrauch > 1,5m
vollsonnigLichteinfluss von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sonnigBesonnung mindestens von Sonnenaufgang bis Mittag, von Mittag bis Sonnenuntergang
mäßig feuchtpF 3,0, frischpF 3,9-3,1, mäßig trockenpF 4,0, trockenpF 6,5-4,1, sehr trockenpF 7,0-6,5
RohbödenInitialböden mit schwacher Humusakkumulation und geringer chemische Verwitterung, die sich am Beginn der Bodenbildung befinden, stellt keine besonderen Ansprüchegedeiht auf den meisten Gartenböden problemlos
pH 6-10
6avon −23,3 °C bis −20,5 °C

Verwendung

Solitär oder Gruppenpflanzung für Kleine Gärten, Kübel oder Dachbegrünung
angenehm süßlich
Ja, duftend
Schmetterlingsmagnet
Ja, schnittverträglich
sich stark versamend
es wird regelmäßiger Schnitt empfohlen um einer Vergreisung vorzubeugen, Blüten werden nur am einjährigen Holz gebildet

Blätter

Blatt im Spätsommer
gegenständig mit eilanzettlichen, dunkelgrünen und unterseits grau filzig behaarten Blättern, 6-10 cm lang, im Winter an den Trieben haftend
laubabwerfendLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr, sommergrünLaubwurf am Ende der Vegetationsperiode, Austrieb zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode, Blattalter ca. 1/2 Jahr
Nein

Blüte

Blüte im Hochsommer
15-30 cm lange, überhängende Trauben aus hunderten Einzelblüten von elfenbeinweißer Farbe, nektarreich, ab Juli mit Nachblüte (nach Rückschnitt) bis Oktober
Juli, August, September, Oktober
Myophilie - FliegenbestäubungSonderform der Entomophilie - Insektenbestäubung durch Diptera (Fliegen und Mücken), Psychophilie - TagfalterbestäubungSonderform der Lepidopterophilie
weiß

Frucht

windverbreitete Samen, zahlreich, ca. 3Mio/Strauch

Borke / Rinde

Rinde nahe der Strauchbasis
ockerbraun, junge Trieb vierkantig, ältere Triebe rund, junge Triebe fein grau-filzig behaart

Wurzel­system

Flachwurzler
niedrigdie Pflanze breitet sich höchstens verträglich aus und lässt sich einfach vergesellschaften

Jahreszeiten

Zur Blüte im August

Besonderheiten / Zusätzliche Daten

invasiver NeophytPflanzen, die nach der Entdeckung Nordamerikas (Stichjahr 1492) aus anderen Teilen der Welt zu uns gelangt sind, sich angepasst und regional stark ausgebreitet haben, sodass sie fester Bestandteil unserer Flora geworden, aber als ökologisch problematisch einzustufen sind., NeophytPflanzen die nach 1492 (Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus) bewusst oder unbewusst in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen
Stängelumfassende Nebenblätter und grau-filzig behaarte Blätter und einjährige Triebe
Stängelumfassende Nebenblätter und grau-filzig behaarte Blätter und einjährige Triebe
im Verblühen
Grau-filzig behharte Blattunterseite
Elfenbeinfarbene Blüten mit honiggelbem Schlund

Verfasser / Literatur

Jessica Gabler
Jessica Gabler
  • Bärtels, A., Roloff, A. (2008): Flora der Gehölze. Eugen Ulmer KG - Stuttgart.
  • Warda, Hans- Dieter (2020): Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 4.Auflage; Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export Gmbh
  • The Buddleja National Collection (2016): https://www.buddlejacollection.com/plants/buzz-ivory/. zuletzt aufgerufen am 14.11.2022
  • Adolphi, K. (1995): Neophytische Kultur- und Anbaupflanzen als Kulturflüchtlinge des Rheinlandes. NARDUS 2:1-272, + Anhang.
  • Kowarik, I. (2003): Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Ulmer, Stuttgart. S. 252 ff.
  • Owen, D. F. & Whiteway, W. R. (1980): Buddleia davidii in Britain: History and development of an associated fauna. Biol. Conserv. 17:149-155.
1 / 10Blüte im Hochsommer
2 / 10Im Sommer
3 / 10Blatt im Spätsommer
4 / 10Rinde nahe der Strauchbasis
5 / 10Zur Blüte im August
6 / 10Stängelumfassende Nebenblätter und grau-filzig behaarte Blätter und einjährige Triebe
7 / 10Stängelumfassende Nebenblätter und grau-filzig behaarte Blätter und einjährige Triebe
8 / 10im Verblühen
9 / 10Grau-filzig behharte Blattunterseite
10 / 10Elfenbeinfarbene Blüten mit honiggelbem Schlund